Kostendiskussion "Roter Löwe"
Guten Tag zusammen
Ich überlege mir mittlerweile schon, ob ich diese nicht gewollte öffentliche Diskussion weiterführen soll. Finde aber, dass die Öffentlichkeit auch ein Recht auf Informationen hat. Deswegen wieder an dieser Stelle:
Bezüglich der Erklärung zu den Kosten in der öffentlichen GR-Sitzung bin ich nun sehr verwundert. Erst einmal konnte man sich damit als Bürger nicht vorab auseinandersetzen, da die Kostenaufstellung erst sehr spät in das Bürgerinfosystem eingestellt wurde. Setzt man sich dann damit auseinander fällt auf, dass die Kostensteigerungen hauptsächlich mit den 4 % Preissteigerung des Baukostenindex Architektenkammer BW im 1. Quartal 2021 erklärt werden (Deckblatt). Schaut man sich diesen Index aber genauer an, fällt direkt auf, das von Mai bis November 2020 der Index um über 1,5 % zunächst gefallen ist. Zudem ist in den Jahren 2016 – 2019 immer eine Kostensteigerung in Höhe von ca. 4% - 5 % pro Jahr angefallen. Die ursprüngliche Kostenschätzung stammt aus Januar 2019. Ich gehe daher davon aus, dass damals Kostensteigerungen in ungefährer Höhe der Vorjahre (also pro Jahr mindestens 4-5%) bereits eingepreist wurden. Nicht zuletzt aufgrund Corona lag die Kostensteigerung im Jahr 2020 sogar nur bei 1,5 %. Somit müsste sich der von Architekt und Verwaltung angesprochene Index eigentlich sogar zunächst eher kostensenkend ausgewirkt haben, da bei konservativer Planung höhere Preissteigerungen angenommen werden mussten. Nur im zurückliegenden letzten Quartal ist der Index überproportional gestiegen. Wenn die Planung gewissenhaft und bezüglich der Kosten konservativ durchgeführt wurde („der Kostenrahmen stimmt einfach“) liegt man aber immer noch unter dem Jahresmittel der Kostensteigerungen der Vorjahre des angesprochenen Index. Seit der Kostenberechnung im Januar 2019 ist der Index um gerade einmal 6,1 % gestiegen (Februar 19 – Februar 21). Und das für über zwei Jahre, d. h. im Mittel gerade einmal um 3,0 %. Wie gesagt ist dies für diesen Zeitraum nicht ungewöhnlich (im Vergleich zu den Vorjahren eher noch niedrig) und ist doch deshalb mit Sicherheit bereits damals eingepreist worden. Alles andere wäre auf jeden Fall nicht gut kalkuliert.
In Verbindung mit der sehr späten Veröffentlichung der Kostenberechnung entsteht bei mir leider kein gutes Bild über die Arbeit der Verwaltung. Es entwickelt sich leider bei mir immer mehr der Eindruck als ob hier seitens der Verwaltung nicht mit offenen Karten gespielt wird. Eine transparente Darstellung der Kostensteigerung sieht zumindest anders aus und wurde wie auch beim Stadtlogo nicht geliefert.
Quelle: https://www.statistik-bw.de/GesamtwBranchen/KonjunktPreise/BPI-LR.jsp