🐈‍⬛Weltkatzentag – aber wer spricht für die Katzen, die keiner sieht?

Heute ist Weltkatzentag. ❤️

Für viele bedeutet das: Fotos von glücklichen Wohnungskatzen, Leckerlis, Kuscheln und ganz viel Liebe.


Und das ist schön.


Aber wir möchten diesen Tag nutzen, um über die Katzen zu sprechen, deren Leben alles andere als schön ist.


Über die Streunerkatzen vor unserer Haustür. Über kranke, abgemagerte Tiere, die sich irgendwo verstecken. Über Kitten, die draußen geboren werden und bereits in ihren ersten Lebenswochen um ihr Überleben kämpfen. Und vor allem über die Ursache dahinter:


Unkastrierte Freigängerkatzen.


Der Deutsche Tierschutzbund geht von mehreren Millionen Straßenkatzen in Deutschland aus. Diese Tiere sind keine „wilden Katzen“, die einfach gut alleine zurechtkommen. Sie stammen überwiegend von unkastrierten Hauskatzen mit Freigang sowie ausgesetzten oder zurückgelassenen Tieren ab. Hunger, Parasiten, Infektionen, Verletzungen und Unterernährung gehören für viele zum Alltag.


Und genau hier müssen wir ehrlich sein:


❗ Das Problem entsteht nicht irgendwo weit weg. Es beginnt bei uns Menschen.


„Meine Katze geht doch nur mal raus.“


„Die findet schon ein Zuhause für ihre Jungen.“


„Einmal Kitten haben ist doch nicht schlimm.“


„Der Kater ist schließlich ein Kater.“


Doch genau aus diesem Denken entstehen jedes Jahr unzählige weitere Katzen.


Eine unkastrierte Katze kann bis zu sechs Kitten pro Wurf bekommen. Aus einer einzigen Katze können über mehrere Generationen theoretisch Millionen Nachkommen entstehen.


Und irgendwann sitzen diese Tiere dann draußen.


Krank. Hungrig. Verletzt. Ungewollt.


Und am Ende landen sie bei den Menschen, die es ausbaden müssen: Tierschutzvereine, Ehrenamtliche, Tierheime und private Pflegestellen.


Wir fangen sie ein.

Wir bringen sie zum Tierarzt.

Wir lassen sie kastrieren.

Wir behandeln Katzenschnupfen, Parasiten, Verletzungen und Abszesse.

Wir versorgen Kitten.

Wir suchen Plätze.

Wir füttern Streunerkolonien.


Aber wir können nicht jedes Jahr die Folgen menschlicher Verantwortungslosigkeit auffangen.


🐾 Und auch bei uns in Breuna ist das kein theoretisches Problem.


Unsere Gemeinde hat bereits seit 2021 eine Katzenschutzverordnung.


Wer einer Katze Freigang ermöglicht, muss sie vorher kastrieren, kennzeichnen und registrieren lassen. Das gilt unter bestimmten Voraussetzungen sogar für Personen, die freilaufende Katzen regelmäßig füttern. Bei Verstößen sind Maßnahmen und Bußgelder von bis zu 1.000 Euro möglich.


Das bedeutet:


Man kann nicht behaupten, man hätte davon nichts gewusst.


Und trotzdem erleben wir immer wieder unkastrierte Freigänger, unkontrollierte Vermehrung und neue Streunerkatzen.


Das macht uns wütend.

Aber vor allem macht es uns traurig. 💔


💚 Dabei wäre die Lösung so einfach.


Lasst eure Freigängerkatzen kastrieren.

Nicht erst, wenn sie bereits Junge bekommen hat.

Nicht erst, wenn irgendwo zehn Kitten sitzen.

Nicht erst, wenn der Kater plötzlich tagelang verschwunden ist.


Vor dem ersten Freigang.


Und bitte nicht nur die weibliche Katze.

👉 Auch Kater müssen kastriert werden.


Denn ein unkastrierter Kater kann in seinem Umfeld unzählige Würfe verursachen.


Zusätzlich sollte jede Katze gechippt und registriert werden. So kann ein gefundenes Tier seinem Menschen zugeordnet werden und landet nicht automatisch als vermeintliche Fund- oder Streunerkatze im Tierschutz. Der Deutsche Tierschutzbund fordert genau diese Kombination aus Kastration, Kennzeichnung und Registrierung.


Was würde sich verändern, wenn wirklich jeder mitmacht?


🐱 Weniger Kitten, die niemand haben möchte.

🐱 Weniger Streunerkatzen.

🐱 Weniger Hunger und Krankheiten auf der Straße.

🐱 Weniger Tierleid.

🐱 Weniger überfüllte Tierheime.

🐱 Weniger Kastrations- und Behandlungseinsätze für den Tierschutz.

🐱 Weniger ausgesetzte und abgegebene Katzen.

🐱 Weniger Kosten für Gemeinden, Tierheime und Tierschutzvereine.

🐱 Und vor allem: mehr Katzen, die überhaupt die Chance auf ein gutes Leben bekommen.


Der Deutsche Tierschutzbund bezeichnet das Leid der Straßenkatzen inzwischen als eines der größten unbemerkten Tierschutzprobleme Deutschlands und fordert deshalb eine bundesweite Regelung.


❤️ Deshalb unsere Bitte zum Weltkatzentag:


Wenn ihr eine Katze habt, die Freigang bekommt, übernehmt Verantwortung.


Lasst sie kastrieren.

Lasst sie chippen.

Registriert sie.


Und wenn ihr irgendwo eine offensichtlich herrenlose oder unkastrierte Katze seht:


Schaut nicht weg.


Meldet euch beim örtlichen Tierschutz oder der zuständigen Gemeinde. Denn hinter der einen Katze, die heute hungrig durch euren Garten läuft, können bereits viele weitere Tiere stehen.


Und an alle, die sagen:


„Das ist doch nur eine Katze.“


Nein.


Es ist ein fühlendes Lebewesen, das nicht dafür verantwortlich ist, dass Menschen ihre Verantwortung nicht übernehmen.


🐾 Kastration ist kein Luxus. Sie ist aktiver Tierschutz.


Und vielleicht ist genau das die sinnvollste Art, den Weltkatzentag zu feiern:

Nicht nur die eigenen Katzen zu lieben – sondern auch etwas für die zu tun, die niemanden haben. ❤️


Eure Tierhilfe Wettesingen 🐾