Unfallzahlen zum Verkehrsversuch: ich habe mal nachgesehen

Vor ein paar Tagen wurde hier gefragt, wie viele Fahrradunfälle es in Neuendettelsau eigentlich gegeben hat. Eine Antwort kam nicht, also habe ich selbst nachgeschaut. Die Zahlen stehen im Unfallatlas der Statistischen Ämter, das ist öffentlich zugänglich und kostet nichts außer Zeit.

Herausgekommen sind fünf Seiten, die hänge ich an. Ein paar Punkte daraus:

Auf der markierten Strecke gab es in zehn Jahren 59 Unfälle mit Personenschaden, an 32 davon war ein Fahrrad beteiligt. Das ist mehr als die Hälfte, im übrigen Gemeindegebiet liegt der Anteil bei einem Fünftel. Der Radverkehr ist auf der Ortsdurchfahrt also tatsächlich überproportional betroffen.

Die schweren Fälle passieren allerdings woanders. Von 55 Schwerverletzten im Gemeindegebiet entfallen sechs auf die markierte Strecke. Alle drei Todesfälle liegen außerhalb, auch der einzige tödliche Radunfall. Der war 2022 auf der Schlauersbacher Straße hinter der Ortstafel, also auf einem Stück, wo kein Schutzstreifen markiert wurde.

Zwischen Radfahrern und Fußgängern gab es in zehn Jahren einen Unfall mit Personenschaden. Beinaheunfälle stehen in keiner Statistik, das schreibe ich auch so im Papier, aber die Größenordnung sollte man kennen.

Und das, was mich am meisten beschäftigt: Bei gut drei Radunfällen im Jahresschnitt schwanken die Einzeljahre zwischen null und sieben, ohne daß sich je etwas an der Straße geändert hätte. Aus zwölf Monaten läßt sich da rechnerisch nichts ableiten. Also woran wird der Erfolg gemessen? Das ist immer noch meine Frage, und beantwortet ist sie nicht.

Quellen stehen alle im Dokument, die Rohdaten gebe ich jedem, der sie haben will.

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