Gesperrter Fußweg in den Ortskern
Als die alte Grundschule verkauft wurde, um daraus Wohnungen zu schaffen, fand ich das zunächst eine gute und sinnvolle Idee. Jetzt, da der bisherige Fußweg in den Ortskern gesperrt ist, frage ich mich allerdings ernsthaft, ob die Gemeinde beim Verkauf des Grundstücks ausreichend darauf geachtet hat, dass das Recht zur Nutzung dieses seit über 100 Jahren bestehenden Fußwegs erhalten bleibt.
Für viele Bürgerinnen und Bürger war und ist dieser Weg eine wichtige Verbindung in den Ortskern. Etliche Menschen haben ihn täglich genutzt – und hätten ihn sicherlich auch weiterhin gerne genutzt.
Besonders interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass bereits einmal ein Bürger gefragt hatte, ob der Weg zwischen den beiden Häusern Altdorferstraße 30 und 34 entsprechend hergerichtet bzw. ausgebaut wird. Damals wurde darauf hingewiesen, dass der offizielle Fußweg an dem Schulgebäude vorbeiführt. Umso unverständlicher ist es für mich, dass genau dieser Weg nun nicht mehr genutzt werden kann.
Bis heute hat von Seiten der Gemeinde keinerlei Kommunikation darüber stattgefunden, warum dieser Weg plötzlich nicht mehr genutzt werden darf und welche Lösung für die Bürgerinnen und Bürger vorgesehen ist. Stattdessen wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt.
Der neue Eigentümer hat das Grundstück inzwischen vollständig abgeschrankt und deutlich gemacht, dass ein erneutes Betreten des Grundstücks nicht erwünscht ist. Sogar mit der Polizei wurde für den Fall gedroht, wenn man das Grundstück nochmals betreten sollte. Für die Bürgerinnen und Bürger, die diesen Weg seit vielen Jahren bzw. Jahrzehnten ganz selbstverständlich genutzt haben, ist das eine sehr befremdliche Situation.
Der nun als Alternative vorgesehene Weg zwischen den Häusern Altdorferstraße 30 und 34 ist aus meiner Sicht keine zumutbare oder gleichwertige Lösung. Der Weg ist teilweise extrem baufällig: Die Stufen sind unterschiedlich hoch, der Asphalt ist an vielen Stellen komplett aufgerissen und der gesamte Weg ist sehr uneben. Hinzu kommen ein stark verwildertes Geländer und fehlende Beleuchtung.
Gerade für ältere Menschen ist dieser Weg unter diesen Bedingungen kaum sicher zu bewältigen. Wie sollen ältere Bürgerinnen und Bürger diesen Weg nutzen, wenn sie beispielsweise zum Friedhof, zum Arzt oder zum Bäcker möchten? Nicht jeder ist mit dem Auto mobil oder kann einfach einen großen Umweg in Kauf nehmen.
Ich hoffe daher sehr, dass unsere Gemeinde in der Lage ist, hier eine vernünftige und vor allem bürgerfreundliche Lösung zu finden und sich für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger einzusetzen.
Bedauerlich finde ich außerdem, dass auf meine Nachfrage per E-Mail bis heute keine Antwort erfolgt ist. Gerade bei einem Thema, das so viele Menschen betrifft, würde ich mir eine offene Kommunikation und eine klare Stellungnahme der Gemeinde wünschen.
Man hätte die Bürgerinnen und Bürger bereits beim damaligen Informationsabend in der Schule darüber informieren können, wie es mit diesem wichtigen Fußweg nach dem Verkauf des Grundstücks weitergehen soll. Bis heute hat hierzu von Seiten der Gemeinde keinerlei Information oder Kommunikation stattgefunden.
Leider entsteht bei mir zunehmend der Eindruck, dass unangenehme Themen lieber nicht angesprochen werden. Ich hoffe sehr, dass die Gemeinde nun endlich Stellung dazu bezieht und vor allem eine Lösung findet, die den Bürgerinnen und Bürgern einen sicheren und zumutbaren Weg in den Ortskern ermöglicht.