Konzert: Uns fehlt der weltweite Frieden, wir singen!
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Von Marita Strothe WN Havixbeck, vom 10.03.2026
Havixbeck. „Was uns allen gemeinsam fehlt, ist ein weltweiter Frieden“, betonte Sonntagnachmittag Dr. Christa Degemann-Lickes in ihrer Begrüßung. Sie freute sich, dass gut 50 Personen zu dem vom Friedenskreis an der Anne-Frank-Gesamtschule organisierten Konzert mit dem Duo Uli Preuss und Manni Kehr gekommen waren. „Die Amtsbrüder“ hatten Anti-Kriegs- und Friedenslieder zum Anhören und Mitsingen vom Spätmittelalter bis heute mitgebracht.
Instrumental vielseitig, nutzten die Musiker virtuos Klavier, Gitarre, Mandoline, Mandola, Akkordeon und Konzertina und berührten die Zuhörer mit ihren Liedern. Einige der kompletten Texte oder Refrains hatten die Veranstalter an die Besucher zum Mitsingen verteilt und so starteten alle gemeinsam mit „Es geht ein dunkle Wolk herein“ ins Konzert.
„Friedenslieder haben eine lange Tradition“, unterstrich Kehr, und auch in ihrem Leben würden sie Uli Preuss und ihn schon lange begleiten. Im Spätmittelalter seien bereits Lieder gegen Begleiterscheinungen des Krieges entstanden, wusste er. Aus der Zeit des Dreißigjähriges Krieges stammt „Es ist ein Schnitter“, das die beiden anschließend anstimmten. Während der Zeit der Bauernkriege sei auch schon gefragt worden, ob es einen gerechten Krieg gebe, spielten sie beispielhaft das „Kriegslied“ von Matthias Claudius mit der wichtigen Zeile: „Ich begehre nicht schuld daran zu sein“.
Das kritische, noch während des 1. Weltkriegs verbreitete Lied „Ich bin Soldat“ prangerte als Parodie das Nicht-Gefragt-Werden an. Beim Spottlied „Krähwinkler Landsturm“ aus Westfalen stahl sich hier und da ein Schmunzeln in die Gesichter, das bei „Flanern in Not“, aus der Zeit des 2. Weltkrieges, ganz schnell wieder Betroffenheit wich.
Ab den späten 60er Jahren hätten sich Anti-Kriegs-Lieder zu Friedensliedern gewandelt, erinnerte Kehr an die Anfangszeit der Ostermarschbewegung. Übersetzt aus dem Russischen ließen sie die Strophe „Meinst du, die Russen wollen Krieg“ folgen und entsannen sich dem damaligen Hang zum vereinfachten Weltbild. „Einige wurden zu Evergreens“, erklärten die Musiker.
Aus der Fülle der Friedenslieder trafen die beiden danach noch eine persönliche Auswahl. Da sang das Publikum unter anderem bei „Sag mir, wo die Blumen sind“ und „Nein meine Söhne geb’ ich nicht“ aus vollem Herzen mit. Auch „Ein bisschen Frieden“, mit dem Nicole 1982 den ESC-Sieg errang, sang Kehr kurz an. „Ein bisschen wollen wir nicht, wir wollen die ganze Bäckerei“, betonte er, warum dieses kommerziell erfolgreiche Lied keine Bedeutung für die Friedensbewegung habe.
Mit einem Klassiker der Friedensbewegung, „Es ist an der Zeit“ für den Frieden zu kämpfen, ging der offizielle Teil des Konzertes in Havixbeck zu Ende. Allerdings schickten die Musiker ihre begeisterten Besucher nicht ohne Zugaben nach Hause. Zum guten Schluss rundeten alle gemeinsam dreistimmig mit „Donna nobis pacem“ feierlich das Konzert ab.
7 Das Konzert kann im Internet nachgehört werden: | www.friedenskreis.de