Alles über meine Mutter
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Ein Erzähltheaterstück über die eigene Herkunft von Andreas Schertenleib
Die neuste Produktion von Andreas Schertenleib entstand aus einer biographischen Dringlichkeit heraus: Seine Mutter, Rosmarie Schertenleib ist 96 Jahre alt und die letzte lebende Zeugin einer Familiengeschichte, über die lange geschwiegen wurde. Bald wird niemand mehr erzählen können. Doch das Stück ist keine nostalgische Spurensuche. Es stellt eine Frage, die weit über die eigene Familie hinausreicht: Darf man erzählen, worüber die Vorfahren geschwiegen haben? Und was geschieht mit uns, wenn wir es tun?
Das Schweigen der Grossmutter von Andreas Schertenleib – ihr Verstummen angesichts eines streitsüchtigen Mannes – steht stellvertretend für das Schweigen vieler Frauen ihrer Generation. Es ist ein Schweigen, das sich vererbt hat. Der Künstler kennt es von sich selbst: das Verstummen in schwierigen Situationen, das Schlucken statt Sprechen. Indem er dieses Erbe auf der Bühne untersucht, macht er etwas Privates öffentlich – und etwas Allgemeines sichtbar.