Die Engelwacht
Adresse
Röm.-kath. Kirche St. Josef - Obere Kirchgasse 17, 4147 Aesch, Schweiz
Seit Jahrzehnten ist die Musik des Basler Schulmusikers Rudolf Löw-Burckhardt (1832–1898) nicht aufgeführt worden, ja sogar verschollen sind viele seiner Werke. In Münchenstein fand sich im Estrich einer Nachfahrin das Manuskript eines verloren geglaubten Werks für Frauenchor und Orchester, die Engelwacht von 1871. Dass Löw häufig für Frauenchor komponierte, ist nicht weiter verwunderlich, wirkte er doch mehr als 30 Jahre als Gesangslehrer an der Basler Töchterschule (heute Gymnasium Leonhard) und leitete den dortigen Töchterchor, für den er komponierte.
Die Engelwacht gliedert sich in 26 Nummern: Einem Eingangschor folgen acht oratorische Bilder nach Worten der Bibel. Jedes Bild ist einer biblischen Geschichte gewidmet, die nach dem Aufbau Rezitativ–Chor–Choral aus der Perspektive eines Engelschors erzählt wird. Begleitet wird der Chor von Sopran-Solistin Linda Loosli und einem 15-köpfigen Orchester.
Nun lässt das Vokalensemble Les Voix zusammen mit der Mädchenkantorei Basel das Oratorium in seiner originalen Gestalt aufleben und bringt ein vergessenes Stück Basler Musikgeschichte wieder zu Gehör. Ausserdem steht zu Beginn des Programms die Uraufführung von Ad sepulchrum für 6-stimmigen Frauenchor und Röhrenglocken von David Rossel; er hat einen Grabgesang auf die Heilige Chrischona vertont, den einst der bedeutende Humanist Sebastian Brant (1457–1521) in Basel dichtete. Abgerundet wird das Programm durch eine dritte Première: Das Vaterunser von Rudolf Mauersberger in seiner unvollendeten Fassung für Frauenchor und Sopran-Solo, das Rossel im Auftrag der Erben vervollständigt hat.
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