Ein aktives Jahr trotz Technikprobleme - JHV Ortwehr Lembruch
Lembrucher Brandschützer lassen das Jahr 2025 Revue passieren
Lembruch
Dass die Ortsfeuerwehr Lembruch in der Mitgliederwerbung besonders erfolgreich ist, zeigte sich eindrucksvoll am Freitagabend: Die Schützenhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Wehr unter der Leitung von Ortsbrandmeister Tobias Seidel ihre Jahreshauptversammlung abhielt. Neben den aktiven Einsatzkräften folgten zahlreiche Gäste aus Politik und Feuerwehr der Einladung.
In seinem Jahresbericht erinnerte Seidel an die Dienste und Einsätze des vergangenen Jahres. Insgesamt 21 Dienste absolvierten die derzeit 46 Mitglieder der Einsatzabteilung. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf einem Schnupperdienst, der Interessierte für den aktiven Dienst begeistern sollte – mit Erfolg: Drei Quereinsteiger konnten gewonnen werden. Zusätzlich sorgten Übertritte aus der Jugendfeuerwehr für eine stabile Altersstruktur. „Nachwuchsgewinnung ist im Ehrenamt Feuerwehr heute keine Selbstverständlichkeit mehr“, betonte Seidel.
-Technik bereitet weiterhin Sorgen-
Weniger positiv fiel der Blick auf die technische Ausstattung aus. Deutlich mahnte Seidel gegenüber den politischen Vertretern an, dass die Fahrzeugtechnik veraltet und zunehmend unzuverlässig sei. An 16 Tagen im Jahr 2025 war die Wehr nicht vollständig einsatzfähig. Besonders betroffen war das Tanklöschfahrzeug TLF 16/24, das elf Tage in der Werkstatt stand. Durch lange ausstehende Erneuerungen in der Samtgemeinde Lemförde könnten einige Fahrzeuge – darunter das Löschfahrzeug LF 8 – bereits ab 2027 ein H Kennzeichen erhalten.
Trotz der technischen Herausforderungen wurden alle Einsätze ohne Einschränkungen bewältigt. Die Feuerwehr verzeichnete sechs Brandeinsätze, zehn technische Hilfeleistungen sowie zwei Fehlalarme. Insgesamt leisteten die Kameradinnen und Kameraden 3.900 Stunden ehrenamtlichen Dienst.
-Lieferverzögerungen beim Fahrzeugersatz-
Gemeindebrandmeister Thomas Mengedoth dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement, konnte jedoch hinsichtlich der Fahrzeugausstattung keine Entwarnung geben. Das für 2026 vorgesehene LF20 KatS, das über das Land Niedersachsen im Alten Amt Lemförde stationiert werden soll, ist weiterhin nicht lieferbar. „Wann das Fahrzeug kommt, ist derzeit völlig offen“, so Mengedoth. Man arbeite weiter daran, die Fahrzeugerneuerungen im generellen gemäß Bedarfsplan voranzubringen.
Auch der stellvertretende Kreisbrandmeister und Abschnittsleiter Norman Wolf erwähnt, in seiner Ansprache an die Versammlung, kurz die Beschaffungsprobleme vom Land Niedersachsen, was Auswirkungen auf den gesamten Landkreis Diepholz hat. Neben dem berichtete er kurzweilig über das Einsatzgeschehen im Kreis welches gut 2150 Einsätze im vergangenen Jahr umfasst hat.
-Beförderungen und besondere Ehrungen-
Im Anschluss führten Mengedoth und Wolf die Beförderungen und Verpflichtungen durch. Befördert wurden:
• Jan Diers zum Feuerwehrmann
• Julian Hanker zum Oberfeuerwehrmann
• Bjarne Wessendorf zum Oberfeuerwehrmann
• Marko Henke zum 1. Hauptfeuerwehrmann
• Kevin Hanker zum Brandmeister
• Christian Egbert zum Oberbrandmeister
Eine besondere Ehrung überbrachte Kerstin Schult, stellvertretend für die Samtgemeinde Lemförde. Sie ernannte Karsten Nickel, der die Ortswehr von 2010 bis 2025 führte, zum Ehrenortsbrandmeister. Nickel habe über 20 Jahre hinweg „viel gelenkt und bewegt“, würdigte Schult und betonte: „Feuerwehr ist mehr als Technik und Taktik – es ist eine Haltung.“(ka)
Foto-Beförderung und Ehrungen (Quelle - Kai Arendholz-Feuerwehr): Bjarne Wessendorf (3.v.l.), Jan Diers (4.v.l.), Kevin Hanker (5.v.l.), Marko Henke (6.v.l.), Julian Hanker (6.v.r.), Christian Egbert (5.v.r.), Karsten Nickel (3.v.r.) mit Amtsleiterin Kerstin Schult (2.v.l.), Abschnittsleiter Norman Wolf (1.v.r.), Gemeindebrandmeister Thomas Mengedoth (2.v.r.), Ortsbrandmeister Tobias Seidel (1.v.l.) und stellv. Ortsbrandmeister Sebastian Korte (4.v.r.)