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Kein Schneeräumen für Herzkranke

Herzpatienten sollten bei Minusgraden und starkem Schneefall auf Schneeräumarbeiten verzichten

Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen auch bei mittelgradiger Koronarer Herzerkrankung

Angesichts der aktuellen Wetterlage mit anhaltenden Minusgraden und teils starkem Neuschneeaufkommen sollten Patientinnen und Patienten mit Herzerkrankungen – insbesondere mit Koronarer Herzerkrankung (KHK) – Schneeräumarbeiten nicht oder nur sehr eingeschränkt durchführen.
Das Schneeräumen stellt eine erhebliche körperliche Belastung dar. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus schwerer isometrischer Muskelarbeit, oftmals ruckartigen Bewegungen und zusätzlicher Kälteeinwirkung. Diese Faktoren führen zu einem deutlichen Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz sowie zu einer Verengung der Blutgefäße. In der Folge steigt der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels, während gleichzeitig die Durchblutung der Herzkranzgefäße eingeschränkt sein kann.

Gerade bei Menschen mit Koronarer Herzerkrankung – auch bei bislang nur mittelgradig ausgeprägter KHK – kann diese Belastung eine kritische Situation auslösen. Das Risiko für Angina-pectoris-Anfälle, Herzrhythmusstörungen oder sogar einen Herzinfarkt ist unter diesen Bedingungen deutlich erhöht. Kälte allein kann bereits eine Mehrbelastung für das Herz darstellen; in Kombination mit schwerer körperlicher Arbeit potenziert sich dieses Risiko erheblich.

Medizinische Fachgesellschaften weisen darauf hin, dass viele herzbedingte Notfälle im Winter im zeitlichen Zusammenhang mit Schneeräumarbeiten auftreten. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen.

Warnzeichen ernst nehmen

Erste Anzeichen einer Überlastung des Herz-Kreislauf-Systems sollten unbedingt ernst genommen werden. Dazu zählen insbesondere:

· Atemnot oder ungewohnte Kurzatmigkeit
· schneller oder unregelmäßiger Pulsschlag
· Druck-, Enge- oder Schmerzgefühl im Brustkorb
· Schwindel, Schwäche oder kalter Schweiß

Treten solche Symptome auf, sollte die Tätigkeit sofort beendet und umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Empfehlung

Herzpatientinnen und -patienten wird dringend geraten, Schneeräumarbeiten nach Möglichkeit an andere Personen zu übertragen oder technische Hilfsmittel zu nutzen. Sollte Schneeräumen unvermeidbar sein, ist eine vorherige Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sinnvoll, um individuelle Risiken abzuschätzen.
Der Schutz der Herzgesundheit hat in der winterlichen Wetterlage oberste Priorität.