Gut einmal um die Erde gefahren
Mobiles Eisdorf berichtet bei der Jahreshauptversammlung über Klimabilanz, Engagement und eine ganz spezielle Vision.
Mit fast 70 Gästen verzeichnete die Jahreshauptversammlung des Vereins Mobiles Eisdorf eine außergewöhnlich hohe Beteiligung. „Es ist ein gutes Gefühl, vor so vielen Menschen zu sprechen – das ist für uns Anerkennung“, sagte Dieter Sinram (Vorstand) zu Beginn der Versammlung. Gemeinsam mit Helge Altmann und Yannik Gorke bildet er den Teamvorstand des Vereins.
Sinram blickte auf ein besonders erfolgreiches Vereinsjahr zurück.
So arbeitet der Verein seit dem August unter der vor einem Jahr auf der Jahreshauptversammlung beschlossenen neuen Satzung. Zentraler Änderungspunkt, aus den Vorsitzenden wurde ein Teamvorstand. „Wir sind uns sicher, dass dadurch es leichter sein wird, zukünftige Nachfolger für die Vorstandsarbeit zu finden“, merkt Sinram an.
Ein zentrales Element des Vereinslebens seien die gemeinsamen Fahrten mit den beiden Vereinsautos. Regelmäßig gehe es donnerstags nach Teichhütte zum Einkaufen mit anschließendem Plausch im Bistro, zudem werde an jedem ersten Donnerstag im Monat ein Café in der Region angesteuert, es fanden sich auch immer wieder Kleingruppen, um Kulturveranstaltungen in Bad Gandersheim oder Göttingen gemeinsam zu besuchen. „Das sind herrliche Erlebnisse – und mitten drin die Organisatoren und Fahrer Karin Köhler, Gerda Nienstedt und Dietmar Lange“, so Sinram.
Auch weiter entfernte Fahrten zum Flughafen Hannover oder Berlin fanden statt.
Die Vereinsverantwortlichen wünschen sich daneben eine höhere Nutzung der E-Autos durch Selbstfahrer. Jedem fahrberechtigten Mitglied stehen Vereinsfahrzeuge für Privatfahrten zur Verfügung und dies zu kostengünstigen Nutzungstarifen.
Weniger erfreulich fiel der Bericht zu einem der E-Fahrzeuge aus. Beim Atto mussten bereits nach zwei Jahren Leasing neue Bremsscheiben eingebaut werden – Ursache: Rost. „Nach zwei Jahren neue Bremsen, das darf eigentlich nicht sein“, kritisierte Sinram. Ein ähnliches Problem sei auch beim befreundeten Verein Mobiles Badenhausen aufgetreten. Vertreter dieses Vereins sowie der Söseflitzer Förste waren als Gäste bei der Versammlung anwesend.
Insgesamt zog Sinram eine positive Bilanz:
Der Atto bzw. der Peugeot waren in den vergangenen zwei Jahren bzw. einem Jahr insgesamt rund 47.000 Kilometer unterwegs. „Das ist gut einmal um die Erde“, so Sinram. Eine Vergleichsbetrachtung zum Verbrenner zeigt, dass dabei ca. 2.300 Liter Benzin eingespart worden sind. Dank des Solarcarports wurden in den vergangenen drei Jahren etwa 18.000 Kilowattstunden Sonnenenergie erzeugt, ca. 90 000 km lassen sich damit fahren. Für 15.000 Kilometer konnte der Verein die Solarenergie direkt in die Autos einspeisen – ein deutlicher Beitrag zum Klima- und Naturschutz.
Kritische Töne kamen von Dietmar Lange. Er bemängelte, dass die im vergangenen Jahr angekündigte Werbeveranstaltung nicht umgesetzt werden konnte. „136 Mitglieder sind für einen Ort wie Eisdorf zu wenig, zudem werde dringend weiterer Nachwuchs für den Fahrdienst benötigt“, so Lange.
Einen Blick in die Zukunft warf Sinram mit einer Vision für einen möglichen Bürgerbus, die er anhand eines unterhaltsamen Films vorstellte. „Daran arbeiten wir gerade – gemeinsam mit Badenhausen und den Söseflitzern in Förste. Wir wissen nicht, ob es klappt, aber wir werden in den nächsten Monaten abklären, ob die Finanzierung eines Kleinbusses möglich ist“, sagte er. In allen drei „Mobilen Vereinen“ laufen für jeweils ein Auto im Spätsommer die Leasingverträge aus. Man will sich auch hierbei bei der Fahrzeugneubeschaffung beraten und unterstützen.
Die wirtschaftliche Situation stellte Helge Altmann vor. Sollte es zu keinen unvorhergesehenen Belastungen kommen, ist der Finanzbedarf bis 2028 gesichert, andererseits müsse man bei den Ein- bzw. Ausgaben über notwendige Veränderungen nachdenken., so Altmann.
Eine Kostenübersicht für Mitglieder und weitere Infos gibt es unter www.mobiles.eisdorf.de.
In der Versammlung wurde der Teamvorstand für den 136 Mitglieder zählenden Verein einstimmig wiedergewählt.
Die Ortsbürgermeisterin, Petra Pinnecke, betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung des Vereins für Eisdorf. Sie erinnerte an einen Anruf aus ihrer Zeit in der Kreisverwaltung Osterode vor rund zehn Jahren: Eine ältere Dame habe verzweifelt berichtet, dass sie ohne Bus nicht mehr mobil sei. „Das ist heute Geschichte – dank Euch“, sagte Pinnecke.
hn