Schwimmcontainer- Achter und vermutlich letzter Anlauf
Dringlichkeitsantrag zum Schwimmcontainerprojekt „Schiela“ – Achter und vermutlich letzter Anlauf
Göttingen am 18.2.26 im Kreistag
Der Schwimmcontainer „Schiela“ ist längst mehr als ein Projekt auf dem Papier. Er ist geplant, kommuniziert, beworben – und gemeinsam mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern finanziell unterstützt worden. Spenden wurden eingeworben, Erwartungen geweckt, Hoffnung geschaffen. Umso größer ist nun die Enttäuschung darüber, dass dieses von Anfang an fraktionsübergreifend unterstützte Vorhaben durch eine absehbare Finanzierungslücke ernsthaft gefährdet wird.
Der Kreistag hatte im Sommer 2025 nahezu einstimmig die Anschaffung und Umsetzung des Schwimmcontainerprojekts beschlossen. „Schiela“ sollte kurzfristig den Ausfall sanierungsbedingter Hallenschließungen – etwa in Adelebsen – kompensieren und langfristig im gesamten Landkreis wohnortnahe Angebote für Schwimmunterricht und gesundheitsfördernde Wassergymnastik ermöglichen.
Dieses Ziel wird von der FDP-Kreistagsfraktion weiterhin uneingeschränkt geteilt.
Versäumnisse dürfen nicht auf Ehrenamt und Betreiber abgewälzt werden
Trotz dieses klaren politischen Willens wurden in der Folge entscheidende Schritte nicht konsequent gegangen. Es wurden keine weiteren Sponsoren systematisch gesucht, obwohl der Landkreis mit seinen vielfältigen Netzwerken in Wirtschaft, Sport, Kultur und Stiftungswesen dafür beste Voraussetzungen hat. Stattdessen wurden der Kreissportbund und die neu gegründete Betreiber-GmbH mit erheblichen finanziellen Risiken faktisch allein gelassen.
Besonders kritisch sieht die FDP-Kreistagsfraktion die im Dezember 2025 beschlossene Fördersumme, die nachweislich nicht ausreicht, um das Projekt belastbar zu finanzieren. Diese Unterfinanzierung war bekannt – und wurde dennoch in Kauf genommen. Unsere Zustimmung erfolgte ausdrücklich nur unter dem Vorbehalt, dass der Landrat weitere Sponsorengespräche führen würde. Diese Erwartung hat sich bislang nicht erfüllt.
Erst den Bürgerinnen und Bürgern viel zu versprechen, dann Spenden zu sammeln und am Ende wissentlich zu wenig Mittel bereitzustellen, beschädigt Vertrauen. Vertrauen in politische Beschlüsse, in Verwaltungshandeln – und in die Glaubwürdigkeit des gesamten Projekts.
Upgrade-Antrag als letzter Versuch:
Mit dem nun eingebrachten Dringlichkeitsantrag unternimmt die FDP-Kreistagsfraktion einen letzten Versuch, die bekannten Mängel auszugleichen:
eine zu geringe Förderung,
eine bislang unzureichende Sponsorensuche,
und die einseitige Risikoabwälzung auf Ehrenamt und Betreiber.
Konkret fordern wir unter anderem:
eine Erhöhung des Kreiszuschusses zur Schließung der Finanzierungslücke,
die erneute Prüfung von Miet-, Mietkauf- oder Leasingmodellen,
verlässliche Kooperationsmodelle mit der Betreiber-GmbH,
die aktive Einbindung aller landkreiseigenen Netzwerke zur professionellen Sponsorengewinnung,
eine landkreisweite Abfrage des tatsächlichen Bedarfs an Schwimmlern- und Wassergymnastikkapazitäten,
sowie die frühzeitige und proaktive Klärung baurechtlicher Fragen für potenzielle Standorte.
Gerade die Aussagen aus der Verwaltung zu notwendigen Einzelgenehmigungen an jedem Standort lassen bislang nicht erkennen, dass bestehende Hürden entschlossen und vorausschauend ausgeräumt werden sollen. Wer wirklich hinter einem Projekt steht, handelt anders.
Schwimmen lernen ist keine Nebensache!
Mobile Schwimmcontainer haben ihre Praxistauglichkeit bundesweit bewiesen – in anderen Kommunen und in Modellprojekten der Länder. Sie funktionieren technisch, sie werden pädagogisch gebraucht, und sie werden von der Bevölkerung angenommen.
Auch im Landkreis Göttingen ist die öffentliche Unterstützung groß, wie Benefizveranstaltungen, Spendenbereitschaft und mediale Resonanz eindrucksvoll gezeigt haben.
„Schiela“ steht für Chancengleichheit, für Gesundheitsvorsorge und für kommunale Verlässlichkeit. Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, schwimmen zu lernen – unabhängig vom Wohnort. Das ist kein Luxus, sondern Teil moderner Daseinsvorsorge.
Unser Appell:
Die FDP-Kreistagsfraktion appelliert eindringlich an alle Fraktionen und an die Verwaltungsspitze, dieses Projekt jetzt nicht scheitern zu lassen. Kreistagsbeschlüsse und öffentliche Zusagen verpflichten.
Wer Vertrauen weckt, muss auch liefern.
"„Schiela“ darf nicht zum Symbol verpasster Chancen werden, sondern muss ein Zeichen für gemeinsames Handeln, politische Verantwortung und einen handlungsfähigen Landkreis bleiben."
Wir setzen uns ein für eine Unterstützung unseres Dringlichkeitsantrags und um eine zügige, entschlossene Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen.