Wo geht die Reise hin, Bad Dürrheim?
„Ihr schadet dem Ruf der Kurstadt, wenn ihr immer wieder Fotos von Müll und Zigarettenkippen veröffentlicht.“
Diese Aussage wurde kürzlich an uns herangetragen. Unsere Haltung ist eine andere:
Nicht die sachliche Dokumentation oder das Sichtbarmachen von Missständen bestehender Probleme schadet dem Ansehen einer Stadt, sondern das Ausbleiben einer konsequenten Auseinandersetzung mit ihnen bzw. das Ignorieren.
Das illegale Entsorgen von Abfällen, als auch das Wegsehen, tragen zur Verschärfung des Problems bei und wirken sich unmittelbar auf das Stadtbild und die Wahrnehmung einer Kurstadt aus.
In unseren Facebook-Beiträgen dokumentieren wir regelmäßig Müllansammlungen entlang von Straßen, Zigarettenkippen 🚬, Zigarettenschachteln, Verpackungsabfälle, sogenannte „Trucker-Bomben“, vermüllte Glascontainerplätze sowie weitere Verschmutzungen im Stadtgebiet und im Umland von Bad Dürrheim. Die Resonanz reicht dabei von Erstaunen bis Unglauben – obwohl diese Bilder den Alltag vieler Orte realistisch abbilden.
🚬Umweltproblem Zigarettenkippe:
Ein völlig unterschätztes Umweltproblem sind achtlos weggeworfene Zigarettenkippen 🚬. Die neuen Müllhai-Abfalleimer fangen einen Teil der Kippen ab, dennoch gelangen täglich in erheblicher Zahl Kippen in den öffentlichen Raum und in die Natur. Die darin enthaltenen Giftstoffe und Chemikalien (Chrom, Blei, Arsen, Cadmium usw.) werden durch Niederschläge in Böden, Oberflächengewässer und potenziell auch ins Grundwasser eingetragen – ein besonders sensibles Thema für eine Kurstadt im Quellenland und mit einem Mineralbrunnen 🚰.
🚮 Unser Engagement
Wir sind regelmäßig im Stadtgebiet und darüber hinaus unterwegs, um Müll aus Grünflächen, Straßenrändern, Wegen, Büschen und Gullies zu entfernen. Dabei beobachten wir leider seit Jahren eine zunehmende Vermüllung.
😊 Dabei ist uns wichtig zu betonen…
... die überwiegende Mehrheit der Menschen gehen zum Glück achtsam mit der Natur & Umwelt 🌿 um. Pauschale Schuldzuweisungen gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen ("die Jungen sind es", "die Alten sind es", "die Flüchtlinge sind es", etc.) sind nicht zielführend. Gleichzeitig zeigen die gesammelten Müllmengen, dass das Thema mehr Aufmerksamkeit und konsequentes Handeln erfordert.
🗑️ Verantwortung endet nicht beim Mülleimer
Häufig wird argumentiert, dass doch die Stadtreinigung oder der Bauhof für das Entfernen von Müll zuständig seien oder dass zusätzliche Abfallbehälter das Problem lösen würden. Diese Maßnahmen sind wichtig, ersetzen jedoch nicht die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Den eigenen Müll bis zum nächsten Mülleimer – oder notfalls bis nach Hause – mitzunehmen, sollte selbstverständlich sein. Liegen Fast-Food-Verpackungen und Silvestermüll in der Gegend herum, ist halt die Stadt schuld, die zu wenig Eimer aufstellt oder die Vorhandenen zu selten leert. Eigenverantwortung? Nicht existent. Irgendjemand wird's schon wegräumen.
✅ Sauberkeit als Standortfaktor
Für eine Kurstadt ist eine müllfreie, saubere Natur und Umwelt besonders wichtig, weil sie direkt mit dem Zweck und dem Image einer Kurstadt zusammenhängt. Sie beeinflusst unmittelbar Gesundheit, Lebensqualität, das Wohlbefinden von Einwohnern und Gästen sowie den wirtschaftlichen Erfolg.
Sauberkeit muss dabei ganzheitlich gedacht werden – nicht nur im Kurpark oder in repräsentativen Bereichen und Wohngebieten, sondern ebenso an Hauptverkehrsstraßen und Gewerbearealen. Unser Anliegen ist es daher, dass Politik, Verwaltung, Gewerbetreibende, Einzelhändler etc. diese Entwicklung ernst nehmen und geeignete, wirksame Maßnahmen ergreifen.
🌿 Freiwilliges Engagement stärken
Bürgerschaftliches Engagement sollte nicht nur wertgeschätzt, sondern auch aktiv unterstützt werden – durch konkrete Maßnahmen und den Mut zur Umsetzung 💪.
Vor Jahren schlugen wir u.a. großformatige Plakate mit entsprechenden Hinweisen für alle Stadtzufahrten vor; regelmäßige Veröffentlichungen im Amtsblatt, Sozialen Medien mit Angabe der Bußgeldhöhe und vieles mehr.
Im Juni des vergangenen Jahres haben wir der Verwaltung angeboten, einen KIPPSTER-Abstimmaschenbecher im Wert von 460 Euro zu sponsern, sofern innerhalb von sechs Monaten sechs Bußgelder wegen weggeworfener Zigarettenkippen verhängt würden. Dieses Angebot blieb ohne Umsetzung. Dies wirft die grundsätzliche Frage auf, warum entsprechende Bußgelder im Katalog vorgesehen sind, wenn sie faktisch nicht angewendet werden. Das Argument der schwierigen Beweisführung erscheint angesichts alltäglicher Beobachtungen wenig überzeugend. Ein kommunaler Ordnungsdienst in Zivil könnte hier mit überschaubarem Aufwand wirksam sein – ergänzt durch präventive Maßnahmen wie die kostenlose Ausgabe von Taschenaschenbechern und Informationsmaterial. Zum Vergleich: In Villingen-Schwenningen werden pro weggeworfener Zigarettenkippe Bußgelder von bis zu 103,50 Euro angesetzt.
🤝 Mitmachen erwünscht
Wer Lust hat, uns bei einer Sammelaktion zu unterstützen 💪, eigene Ideen einbringen möchte, ist herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden. Hinterlasst gerne einen Kommentar mit Euren Erfahrungen zum Thema Müll in den Kommentaren😊.
📧 Kontakt: [email protected]
Die Fotos zeigen:
- Immer wiederkehrende, illegale Müllablagerungen beim Edeka-Parkplatz Glascontainer.
- Kippen auf dem Parkplatz vor Jysk, an der Stillen Musel vor der Parkbank vor Salzstr. 2, vor Auktionshaus Friedrichstraße etc.
- FastFood Müll am Salinensee
- Batterien in der Gosse und Müll in den Büschen Bahnhofstraße
- Weit verstreuter Müll hinter dem NETTO-Markt (Chipstüten, Bäckertüten vom Discounter, CapriSonne, Durstlöscher, Schokoriegelverpackungen). Hier ist die elterliche "Umwelterziehung“ der Kinder gescheitert. Auch Schulen können regelmäßig, monatlich zu Sammelaktionen aufbrechen und das Thema im Unterricht behandeln. Die 1 x jährlich stattfindende Landschaftsputzete reicht offensichtlich schon lange nicht mehr...