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Schulerweiterung in Oberbaldingen liegt im Zeitplan

Schulerweiterung in Oberbaldingen liegt im Zeitplan

Die Stadt Bad Dürrheim investiert weiterhin hohe Summen in ihre Bildungslandschaft. Zum Richtfest des neuen Ganztagsschulgebäudes in Oberbaldingen kamen kürzlich Handwerker, Eltern, Bewohner der Ortsteile sowie Vertreter aus Ortschafts- und Gemeinderat zusammen.

Bürgermeister Jonathan Berggötz betonte bei diesem Anlass, dass die Stadt kontinuierlich in ihre Bildungseinrichtungen für gute Qualität und Quantität investiere. Der Neubau für die Ostbaarschule in Oberbaldingen kostet rund 2,8 Millionen Euro. Dank einer Förderung von rund 70 Prozent verbleiben für die Stadt Baukosten von etwas mehr als einer Million Euro. “ Damit setzen wir zugleich ein klares Standortbekenntnis für unsere attraktiven Ortsteile und stärken die Ostbaarschule nachhaltig“, so der Bürgermeister.

Nach Angaben von Jürgen Wenzler vom Stadtbauamt und Architekt Franz Eisele soll der Erweiterungsbau voraussichtlich Ende Juli oder Anfang August fertiggestellt werden, sodass die neuen Räume nach den Sommerferien ab Mitte September genutzt werden können. Die Grundschule Oberbaldingen erhält damit vier flexibel unterteilbare Räume für die Ganztagsbetreuung sowie mehrere Nebenräume, darunter auch behindertengerechte Toiletten für Schülerinnen, Schüler und Pädagogen. Die Schule wird von Kindern aus fünf der sechs Bad Dürrheimer Ortsteile besucht; lediglich die Kinder aus Hochemmingen gehen in die Grundschule der Kernstadt. Zusätzlich besteht eine Kooperation mit der Karl-Wacker-Schule in Donaueschingen. Acht Kinder dieses sonderpädagogischen Bildungszentrums werden derzeit in Oberbaldingen unterrichtet. Insgesamt besuchen aktuell rund 150 Schülerinnen und Schüler die Grundschule, die in acht Klassen von 15 Lehrkräften betreut werden.

Die Ostbaarschule ist eine Ganztagsschule in offener Form. Eltern können also entscheiden, ob ihre Kinder am Ganztagsangebot teilnehmen. Die neuen Räume im Erweiterungsbau, errichtet auf der Wiese zwischen der evangelischen Kirche und der Ortsdurchfahrt, sind daher vor allem für die Betreuung am Nachmittag vorgesehen. Klassische Schulmöbel gibt es dort nicht; stattdessen wird auf eine flexible Einrichtung gesetzt. Zwar sind digitale Tafeln vorhanden, die Räume sollen jedoch vielseitig genutzt werden können. Durch verschiebbare Trennwände lassen sich aus vier Räumen bei Bedarf zwei größere Bereiche schaffen.

Die für den Ganztag angemeldeten Kinder werden von 7:50 bis 15:50 Uhr betreut. Bis vor einem Jahr stellte die Einrichtung Mariahof aus Hüfingen einen Teil des Betreuungspersonals. Inzwischen stemmen die Lehrkräfte den Großteil der Betreuung mit ihren Deputatsstunden selbst, unterstützt von der Stiftung Lernen-Fördern-Arbeiten aus Rottweil, berichtete Schulleiterin Patrizia Schneider.

Beim Richtfest sorgte die Bläserklasse der Grundschule unter der Leitung von Lehrerin Morena Reichmann für musikalische Unterhaltung. Derzeit musizieren 34 Kinder aus den dritten und vierten Klassen in Kooperation mit örtlichen Vereinen.

Bürgermeister Berggötz betonte, der Gemeinderat achte seit Jahrzehnten darauf, dass Kinder und Jugendliche in Bad Dürrheim „eine gute Bildungslandschaft“ vorfinden. Das beginne bereits im Kindergartenalter, die Stadt könne jedem Kind einen Betreuungsplatz anbieten. Da ab dem Schuljahr 2026/27 zunächst für Erstklässler ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bestehe und später auf weitere Jahrgänge ausgeweitet werde, investiere die Stadt verstärkt in diesen Bereich. „Bad Dürrheim legt großen Wert auf hervorragende Bildungsangebote – nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ“, so der Bürgermeister. Gleichzeitig sei die Investition ein Zeichen dafür, dass auch die Ortsteile eine wichtige Rolle spielten.

Stellvertretend für alle Beteiligten dankte Berggötz den Mitarbeitern des Hochbauunternehmens Steudtner und Bantle, die bei Wind und Wetter auf der Baustelle gearbeitet hätten. Auch Jürgen Wenzler vom Stadtbauamt hob deren Einsatz hervor: „Egal ob Regen oder Kälte, die Männer waren da. Ohne ihren Einsatz hätten wir heute weder Fenster noch Estrich im Gebäude.“

Den Planungsauftrag für den Erweiterungsbau erhielt das Stadtbauamt bereits Anfang 2022. Anschließend wurden Standort und Baukonzept geprüft sowie Fachplaner für Heizung, Lüftung und Tragwerk eingebunden. Die Baugenehmigung folgte im April 2025, die Teilbaufreigabe im Juli. Zehn Tage später begannen die Bauarbeiten. Bereits zwölf Tage vor Heiligabend war der Rohbau fertiggestellt. Architekt Franz Eisele lobte die gute Zusammenarbeit mit den überwiegend regionalen Handwerksbetrieben. Das Gebäude wurde leicht in das Gelände eingelassen, sodass der Blick auf die evangelische Kirche von der Ortsdurchfahrt aus erhalten bleibt. Gleichzeitig entsteht auf dem Dach eine Sportfläche mit Tartanbelag, die beispielsweise als Bolzplatz genutzt werden kann. Der Zugang erfolgt über eine Metalltreppe, die Fläche wird aus Sicherheitsgründen eingezäunt. Der Haupteingang des Erweiterungsbaus ist über eine barrierefreie Rampe erreichbar. Vor dem Gebäude sind außerdem Sitzstufen auf einer Betonfläche geplant. Architekt Eisele erklärte, das Gebäude sei „wasserdicht wie ein Boot“. Da die Terrasse tiefer als das umliegende Gelände liegt, schützt eine etwa 50 Zentimeter hohe Kiesschüttung vor Auftrieb bei ansteigendem Grundwasser. Bei Starkregen kann dort außerdem ein Teil des Niederschlagswassers zwischengespeichert werden. Zusätzliche Dichtungsbänder im Beton verhindern, dass Wasser in das Gebäude eindringt.

„Es macht uns stark, dass wir hier eine eigene Schule haben“, sagte Eisele auch in seiner Funktion als Ortsvorsteher von Unterbaldingen. Oberbaldingens Ortsvorsteher Pascal Wölfle erinnerte an die Diskussionen über den Standort des Neubaus. Letztlich habe man sich schnell darauf geeinigt, dass die teilweise Versenkung des Baukörpers eine gute Lösung sei. Schulleiterin Patrizia Schneider zeigte sich erfreut darüber, dass die Schule in die Planung eingebunden war. Der Neubau sei ein echtes Gemeinschaftswerk und das Ergebnis guter Teamarbeit.

Beheizt wird das Gebäude künftig mit einer Wärmepumpe. Für den dafür benötigten Strom müsste eigentlich ein Großteil der Dachfläche mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Da sich dort jedoch die Sportfläche befindet, wird die PV-Anlage stattdessen auf dem bestehenden Schulgebäude installiert.

BILDER:
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Die Kinder der Bläserklasse der Ostbaarschule unterhielten beim Richtfest musikalisch.

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Bauleiter und Ortsvorsteher Franz Eisele (mit Mikrofon) informierte beim Richtfest über den Schulerweiterungsbau in Oberbaldingen, links von ihm Bürgermeister Jonathan Berggötz, rechts von ihm Jürgen Wenzler vom Stadtbauamt.

Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Stadtverwaltung Bad Dürrheim veröffentlicht.