Neckartenzlingen setzt auf die Wärme der Zukunft
Klimaneutrale Energieversorgung für das Hirschmann-Areal und das Quartier „Spitzacker“
Die Gemeinde Neckartenzlingen geht einen großen Schritt in Richtung Unabhängigkeit und Klimaschutz: Unter der Schirmherrschaft der Gemeinde wird derzeit eine innovative Wärmeversorgung für das Hirschmann-Areal und das Wohnquartier „Spitzacker“ konzipiert. Ziel ist es, fossile Energieträger durch heimische, regenerative Quellen zu ersetzen und eine langfristig bezahlbare Wärmeversorgung zu sichern.
Was ist geplant?
Das Herzstück des Projekts ist eine zentrale Heizzentrale im Hirschmann-Areal. Von dort aus soll ein modernes Nahwärmenetz die Gebäude effizient versorgen. Das Besondere: Die Wärme wird weitgehend autark und klimaneutral erzeugt.
Die technologischen Säulen:
• Regenerative Energie:
Einsatz von biogenen Brennstoffen (Hackschnitzel/Pellets) sowie leistungsstarken Wärmepumpen.
• Zukunftssicherheit:
Eventuelle Spitzenlastkessel werden bereits „H2-ready“ (wasserstofffähig) ausgelegt.
• Modularer Aufbau:
Das Netz startet im Hirschmann-Areal und den ersten Bauabschnitten des Spitzackers, ist aber so flexibel, dass weitere Gebiete später einfach angeschlossen werden können.
Professionelle Umsetzung
Für dieses komplexe Vorhaben hat die Gemeinde die Experten der Jäkel Energiemanagement GmbH (KJEM) als Projektsteuerer beauftragt, die eng mit der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA) zusammenarbeiten.
Um die wirtschaftlichste und technisch beste Lösung zu finden, wird ein sogenanntes „Energieliefercontracting“ ausgeschrieben. Dabei übernimmt ein spezialisierter Dienstleister (Contractor) die Planung, den Bau, den Betrieb und die Finanzierung der Anlagen über einen Zeitraum von 20 Jahren.
Der Fahrplan zum grünen Quartier
Das Projekt befindet sich aktuell in der intensiven Vorbereitung:
1. Analyse:
Ermittlung der exakten Energiebedarfe und Potenziale vor Ort. Gebäudebegehungen mit Aufnahme spezifischer Kenndaten sind bereits im April 2026 geplant
2. Machbarkeitsstudie:
Detaillierte technische Planung und Beantragung von Fördermitteln (z. B. durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze – BEW).
3. Ausschreibung:
Auswahl eines leistungsstarken Partners im Rahmen eines öffentlichen Wettbewerbs.
Vorteile für die Gemeinde Neckartenzlingen:
Durch die Bündelung der Bedarfe und den Einsatz lokaler Ressourcen schützen wir uns und speziell die zukünftigen Wärmekunden in diesem Wärmegebiet vor instabilen Weltmarktpreisen für Öl und Gas. Gleichzeitig leisten wir einen messbaren Beitrag zur Treibhausgasneutralität unserer Gemeinde und steigern die Attraktivität des Wohn- und Wirtschaftsstandorts.