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„Maulwurf-Trail“ Spechbach: Miteinander von Mountainbiking, Wald + Erholung

Das Kreisforstamt informiert:


Immer mal wieder ist in öffentlichen Diskussionen von Konflikten zwischen Mountainbikerinnen und Mountainbikern, Forstleuten, Waldbesitzenden oder anderen Erholungssuchenden die Rede. Der „Maulwurf-Trail“ bei Spechbach zeigt jedoch, dass ein abgestimmtes und verantwortungsvolles Vorgehen zu einer Lösung führen kann, von der alle Interessensgruppen profitieren. Durch frühzeitige Absprachen, transparente Kommunikation und gemeinsames Engagement entstand hier ein legales und naturnahes Mountainbike-Angebot, teilt das Kreisforstamt mit.


In Baden-Württemberg gelten die Rahmenbedingungen des Landeswaldgesetzes, das das Radfahren im Wald grundsätzlich auf Wege mit mehr als zwei Metern Breite beschränkt. Die Landesregierung unterstützt jedoch ausdrücklich attraktive und naturverträgliche Mountainbike-Angebote und ermöglicht über Ausnahmeregelungen das Ausweisen schmaler, speziell vorgesehener Strecken. Der „Maulwurf-Trail“, der sich im Wald zwischen Spechbach, Epfenbach und Lobbach befindet, ist das erfolgreiche Ergebnis einer solchen Ausnahme. Seit 2020 ist der Trail offiziell ausgewiesen und in Betrieb.

„Die Grundlage für den Trail war ein bereits existierender, schmaler Wanderpfad im Spechbacher Wald“, erklärt Förster Markus Groß, der maßgeblich an der Planung beteiligt war. „Dieser Pfad wurde 2019 zu einem befahrbaren Mountainbike-Trail umgebaut. Es war mir wichtig, den kompletten Prozess zu begleiten.“ Er übernahm die Abstimmung mit den Beteiligten sowie die Genehmigungsvorbereitungen für die Untere Forstbehörde des Rhein-Neckar-Kreises, die das Vorhaben von Anfang an unterstützt hat.



Eigenen Verein gegründet

Nach anfänglichen Spannungen zwischen einzelnen Nutzergruppen hat sich die Situation mittlerweile deutlich entspannt. Seit 2022 kümmert sich eine engagierte Gemeinschaft aus Mountainbikern ehrenamtlich um die Weiterentwicklung und Pflege des „Maulwurf-Trails“. Im Jahr darauf gründete sich daraus der gemeinnützige Verein „Freunde des Maulwurf-Trail Spechbach e. V.“. Durch die klaren Strukturen, Zuständigkeiten und die enge Kooperation mit Verwaltung und Kreisforstamt konnten Pflege, Instandhaltung und auch die Vermeidung illegaler Trails nachhaltig organisiert werden. Die regelmäßige Pflege des Trails beschränkt sich allerdings nicht auf das Entfernen von Laub und Ästen. Witterungseinflüsse erfordern es, den Untergrund immer wieder auszubessern, Erde zu bewegen und Passagen zu stabilisieren. So wurde der „Buddelmeister“ des Waldes – der Maulwurf – zum Namensgeber des Trails. Die Initiative genießt heute die breite Akzeptanz und Unterstützung der Spechbacher Verwaltung und des Kreisforstamts.


So fährt sich der rund fünf Kilometer lange Rundkurs

Der rund fünf Kilometer lange Rundkurs besteht etwa zur Hälfte aus naturbelassenem Singletrail mit schmalen Pfadabschnitten. Vorhandene natürliche Geländeformen wurden dabei bewusst genutzt. „Der Trail gehört zur Kategorie der einfacheren Mountainbike-Trails und kann so Anfängern einen Einstieg in das Mountainbiking bieten. Sämtliche Hindernisse sind entweder umfahrbar oder abrollbar, sodass jeder mit grundlegender Raderfahrung den Trail nutzen kann“, berichtet Jann Benjamin Lohe vom Kreisforstamt, der den „Maulwurf-Trail“ selbst getestet hat. Bei 120 Metern Höhenunterschied ist der abwechslungsreiche Trail dennoch auch bei erfahrenen Mountainbikerinnen und Mountainbikern beliebt. Besonders geschätzt wird der obere Abschnitt, wie ein Nutzer dem Kreisforstamt berichtet. „Das Highlight des ‚Maulwurf-Trails‘ ist der obere Teil. Er bietet viele überfahrbare Baumstümpfe und Senken, die, egal bei welcher Geschwindigkeit, richtig Spaß machen. Am Ende des Trails kann bei zwei Steilstücken außerdem nochmal fahrerisches Können bewiesen werden“, teilt Mountainbiker Chris mit.



Der „Maulwurf-Trail“ zeigt beispielhaft, wie unterschiedliche Interessen rund um die Nutzung des Waldes erfolgreich miteinander in Einklang gebracht werden können. Wer den Trail ausprobieren möchte, findet den Einstieg am Kraichgaublick in Epfenbach. Dort befinden sich auch ausreichend Parkmöglichkeiten.



Weitere Informationen unter: www.maulwurftrail.de

Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Rathaus / Verwaltung (intern) veröffentlicht.