Einen gesegneten Sonntag!
Einen gesegneten Sonntag! Der Kartengruß hängt wieder aus. Herzliche Einladung zur Andacht per Anruf unter 05694-9910208.
Zum Sonntag Trinitatis, dem 31.5.2026
Trinitatis – Dreieinigkeit. Wir feiern, dass wir Gott in dreierlei Gestalt erfahren. Im Wochen-spruch heißt es „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“ (2. Kor 13,13) Dieser Wochen-spruch ist Gruß und Zuspruch, Erinnerung und Bekenntnis: Ein starker Satz zum Abschluss der langen Zeit der Feste. Der ganze christliche Glaube in einem Satz. Der Trinitatissonntag fasst alles noch einmal zusammen, was von Advent bis Pfingsten geschah.
Kurt Marti (1921-2017), streitbarer Schweizer Pfarrer und Poet, hatte 2004 eine erfrischende Idee: Was, wenn Gott gar kein strenger Alleinregent ist, sondern eher eine vibrierende Wohngemeinschaft, die vor Lust am Leben vibriert und alle erreichen möchte? Eine göttliche WG sozusagen, in der Vater, Sohn und Heiliger Geist nicht hierarchisch übereinander thronen, sondern als gleichberechtigte Mitglieder einer Wohngemeinschaft miteinander leben, wirken und Gemeinschaft gestalten.
Kurt Marti holt dazu noch die alttestamentliche Weisheit und das Weibliche dazu. Seine gesellige Gottheit ist kraftvoll lebendig und will alle erreichen. Gott sucht Beziehung, Begegnung, Geselligkeit.
Dabei bleibt der Theologe kritisch: Wird Gott zum Tyrannen verzogen oder zum patriarchalen Götzen entstellt, dann muss man die rote Karte zeigen. Kurt Martis Entwurf ist bewusst offen, nie endgültig – eine Einladung, Gott neu zu denken, neu zu erleben. Nicht als fernen Autokraten, sondern als Gemeinschaft, die einander wertschätzt, die das Leben feiert und uns dazu einlädt mitzumachen.
Mögen wir so die Gnade Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes als Kraft für unsere Wege erfahren.
Ihre und Eure Pfarrerin Claudia Engler