Stadt Osterode am Harz reagiert auf steigende Wildschweinpopulation
Die zunehmende Wildschweinpopulation stellt in Teilen des Stadtgebiets von Osterode am Harz seit Jahren eine wachsende Herausforderung dar. Besonders betroffen sind die Ortschaften Riefensbeek-Kamschlacken, Lerbach und Freiheit, in denen es immer wieder zu Schäden auf Grundstücken und Grünflächen kommt. Die Stadt beschäftigt sich daher bereits seit langem intensiv mit dem Thema. Vor diesem Hintergrund hat der Rat der Stadt im Herbst 2025 die bisherigen Erkenntnisse und Bemühungen gebündelt und eine Resolution verabschiedet, die sofortige und nachhaltige Maßnahmen zur Kontrolle der Wildschweinpopulation fordert.
„Die zunehmenden Schäden und die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger zeigen deutlich, dass wir handeln müssen. Mit der Ratsresolution haben wir gemeinsam ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, um die Situation konsequent anzugehen und gleichzeitig ein verantwortungsvolles Wildtiermanagement sicherzustellen“, erklärt Bürgermeister Jens Augat.
Kernpunkte der Ratsresolution
Die Resolution sieht insbesondere folgende Maßnahmen vor:
- Intensivierung der Bejagung in stadtnahen Bereichen
- Einrichtung eines festen Runden Tisches mit allen zuständigen Akteuren
- Unterstützung bei der Errichtung und Instandhaltung von Schutzzäunen und Barrieren
- Prüfung jagdrechtlicher Anpassungen, auch im Hinblick auf sogenannte befriedete Bezirke
- Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit und Information der Bevölkerung
- Ausweitung von Jagdmöglichkeiten durch Ausnahmegenehmigungen
- Unterstützung der Jägerschaft, etwa bei Ausrüstung sowie bei Trichinenuntersuchungen
Runder Tisch koordiniert Maßnahmen
Zur Umsetzung der Maßnahmen wurde ein regelmäßiger „Runder Tisch“ eingerichtet. Am ersten Treffen im November 2025 nahmen neben der Stadtverwaltung auch Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises Göttingen, der Niedersächsischen Landesforsten, der Jägerschaft, der Jagdgenossenschaft sowie der Kreisjägermeister teil.
Im Mittelpunkt standen dabei der Austausch über die aktuelle Situation sowie die Abstimmung bereits umgesetzter jagdlicher Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere Bewegungsjagden – teilweise gemeinsam mit der Stadtforst organisiert – sowie Schwerpunktbejagungen entlang besonders betroffener Bereiche.
Beim zweiten Treffen im Februar 2026 wurden die aktuellen Zahlen vorgestellt, die eine deutliche Steigerung der Wildschweinregulierung in den vergangenen Monaten zeigen:
- rund 400 Stück Schwarzwild im Bereich der Landesforsten
- etwa 150 Stück in den vier Pachtjagdrevieren der Jagdgenossenschaft
- fast 50 Stück im Stadtwald
Getroffene Maßnahmen, insbesondere der Einsatz von Nachtsichttechnik sowie gezielte Kirrungen, wurden von den Beteiligten als wirksam eingeschätzt. Daher soll der Jagddruck weiterhin konsequent aufrechterhalten werden.
Zentrale Ansprechstelle für Hinweise aus der Bevölkerung
Gleichzeitig betonen alle Beteiligten, dass die Situation trotz intensiver Wildtiermanagement-Maßnahmen nicht vollständig beherrschbar sein wird. Neben dem behördlichen Handeln ist daher auch die Mitwirkung der Bevölkerung entscheidend, etwa durch das Sichern von Kompostbehältern oder das Einzäunen von Grünflächen, wo dies möglich ist.
Um Hinweise künftig schneller und koordinierter bearbeiten zu können, hat die Stadt Osterode am Harz eine zentrale Ansprechstelle eingerichtet. Dort eingehende Meldungen werden strukturiert aufgenommen und unmittelbar an die jeweils zuständigen Stellen weitergeleitet. „Unser Ziel ist es, schneller reagieren zu können“, erklärt Bürgermeister Jens Augat. „Nur durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten und die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger können wir die Situation verbessern und Schäden begrenzen.“
Bürgerinnen und Bürger können Hinweise zu Wildschweinsichtungen, Schäden oder sonstigen Auffälligkeiten per E-Mail an [email protected], telefonisch unter 05522 318 303 oder online über das Bürgeranliegenportal unter www.buergeranliegen.osterode.de melden.
Ergänzend hat die Stadtverwaltung Informationsflyer erstellt, die gezielt in den besonders betroffenen Ortschaften Freiheit, Lerbach und Riefensbeek-Kamschlacken an die Haushalte verteilt werden. Darüber hinaus liegen die Flyer im Bürgerbüro der Stadt Osterode am Harz zur Mitnahme aus. Sie enthalten praktische Hinweise zum Verhalten im Umgang mit Wildschweinen sowie zur Vermeidung von Schäden auf privaten Grundstücken.