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Einen gesegneten Sonntag!

Einen gesegneten Sonntag! Der Kartengruß hängt wieder aus. Herzliche Einladung auch zur Andacht per Anruf unter 05694-9910208.

Zum 2. Sonntag nach Trinitatis, dem 14.6.2026

Ein Wunschbaum mit einem roten Zettel und ein paar ungelenken Buchstaben mit einem Wunsch, der so viel mehr ausdrückt als nur einen Wunsch: „Ich wünsche mir, dass meine Oma wieder lebt.“ Ein Kind hat auf einem Fest den Wunschbaum entdeckt. Man kann Wünsche aufschreiben und am Baum befestigen. Vielleicht liest das „jemand“ und hilft. Man kann es ja versuchen und sich ein Spielzeug oder Süßes wünschen. Dem Wünschen sind keine Grenzen gesetzt. Auch die eine Grenze nicht. Sie wird hier mit Wucht angegangen: Ich wünsche mir, dass meine Oma wieder lebt. Die Schrift lässt erahnen, dass das Kind gerade erst Schreiben gelernt hat.

Ich erlebe es immer wieder, wie Kinder sich nach dem Verlust eines vertrauten Menschen ihre Gedanken machen: „Wo ist die Oma/ der Opa jetzt?“ Manchmal erhalten sie die Antwort: „Im Himmel.“ Das kann die Last leichter machen. „Meine Last ist leicht“, sagt Jesus. Aber wenn wir an den Tod denken, denken wir eher: Was ist an dieser Last leicht? Nichts. Meistens nichts. Vielleicht die Hoffnung, dass die Toten zwar tot, aber nicht weg sind. Wir hoffen, dass die Toten gut aufgehoben sind in etwas, was wir oft Himmel nennen. Wie immer wir den Ort nennen – für Jesus gibt es ihn. Es ist das Reich Gottes. Gott schenkt uns das Leben; er nimmt uns das Leben auf der Erde und schenkt uns danach das Himmelreich. Das Wissen ums Himmelreich kann Leben und Sterben leichter machen – auch wenn vieles eine Last bleibt. Im Wochenspruch sagt Jesus: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken (Mt 11,28). Jesus will uns erquicken. Es hilft, wenn man weiß: Die Erde ist nicht alles. Wer stirbt, ist tot, aber nie weg.

Und was wird nun aus dem Zettel am Wunschbaum? Er bleibt voller Trauer. Aber auch voller Hoffnung auf ein Wiedersehen. Nicht auf der Erde. Aber in Gott. Unsere Verstorbene sind bei Gott. Und die Liebe verbindet. Möge das Trost schenken.

Ihre und Eure Pfarrerin Claudia Engler

Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Gesamtkirchengemeinde Diemelstadt veröffentlicht.