Neue Orgel in der Briger Pfarrkirche feierlich geweiht
«Orgeln sind Wunderbaue, Tempel, von Gottes Hauch beseelt, Nachklänge des Schöpfungsliedes.» Mit diesen Worten würdigte bereits Johann Gottfried Herder (1744–1803) die Königin der Instrumente. Seit Mitte Juni besitzt auch die Briger Pfarrkirche ein solches Jahrhundertwerk.
Am Sonntag, 14. Juni 2026, dem Herz-Jesu-Sonntag, wurde die neue Orgel im Rahmen des Patronatsfestes der Pfarrei feierlich geweiht. Die Weihe nahm Bischof Jean-Marie Lovey vor. Assistiert wurde er von Vikar Edi Arnold, Valentin Studer, ehemaliger Vikar der Pfarrei Brig, Pfarrer Jean-Pierre Brunner sowie den Pastoralassistenten Jonas Amherd und Christoph Abgottspon.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Kirchenchor unter der Leitung von Manuela Lehner-Mutter. Der Chor sang Auszüge aus der «Kleinen Deutschen Messe» von Walter Schmid sowie verschiedene Lieder aus dem Kirchengesangbuch gemeinsam mit den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern.
Bischof Lovey eröffnete seine Predigt mit den Worten: «Gott ist Musik und wir sind die Noten.» Es folgten eindrückliche Gedanken zur Bedeutung der Musik im Glauben und im kirchlichen Leben. Zum Abschluss der Weihe schritt der Bischof zur Orgel und besprengte sie mit Weihwasser.
Die Zeremonie der Orgelweihe ist im Benedictionale geregelt. Auf die verschiedenen Gebete, vorgetragen von Bischof Lovey, antwortete Tobias Willi, Dozent für Orgel an der Zürcher Hochschule der Künste, erstmals auf der neuen Orgel. Für viele Anwesende war dies ein besonders berührender Moment.
Vor dem Schlusssegen lud Klaus Nanzer, Präsident der Orgelkommission, die Anwesenden zum Apéro ins Pfarreizentrum ein und wies auf die Orgelführungen sowie das Orgelkonzert am Nachmittag hin: Vorgestellt wurde die Orgel von Simon Hebeisen, Mitinhaber der Firma Goll AG. Mit grosser Freude erläuterte er die Besonderheiten des Instruments: Die neue Orgel besteht aus 1’528 Pfeifen, die kleinste misst 15 Millimeter, die grösste 2,4 Meter. Das Instrument wiegt rund sechs Tonnen. Spiel- und Registertraktur sind rein mechanisch. Insgesamt waren für den Bau rund 10’000 Arbeitsstunden notwendig.
Am Nachmittag kam die Orgel im Konzert erstmals in ihrer ganzen Klangfülle zur Geltung. Vikar Edi Arnold begrüsste die Gäste und dankte allen Beteiligten, die zur Vollendung dieses Werks beigetragen hatten. Tobias Willi eröffnete das Konzert mit der berühmten «Toccata und Fuge in d-Moll BWV 565» von Johann Sebastian Bach. Mit den weiteren Werken zeigte er eindrücklich das breite klangliche Potenzial der neuen Briger Orgel.