Portrait Mönchsgrasmücke
Mönchsgrasmücke hat den Schnabel vorn……
Im letzten Jahr hat die Mönchsgrasmücke den Buchfinken als grösste Population der Singvögel in der Schweiz abgelöst. Wir reden von 900‘000 bis 1‘100‘000 Brutpaaren!!!
Auch jetzt, mitten in der Brutsaison, singt die Mönchsgrasmücke lautstark in den Wäldern und in letzter Zeit auch im Quartier Rietacker. Im Wald ist die Mönchsgrasmücke neben Rotkehlchen, Buchfink, Amsel, Zaunkönig, Zilpzalp, Singdrossel nicht zu überhören. Die perlende geschwätzige Melodie des Gesanges ertönt aus Büschen und Sträuchern. Der Klang des Gesanges hat Ähnlichkeiten mit dem Klang der Amsel. Nur schwer ist der Vogel selbst zu entdecken, da er sich gerne im Blätterwerk versteckt. Ganz ähnlich ertönt der Gesang der Gartengrasmücke, welche sich wenigstens im Erscheinungsbild unterscheidet. Mit einem Ruf, der an das Aneinanderschlagen von Steinen erinnert, zeigt die Mönchsgrasmücke, dass wir ihr zu nahe gekommen sind.
Die Mönchsgrasmücke ist ein schlanker finkengrosser Vogel mit einem grau-braunen Gefieder und einem schlanken Insekten-Schnabel. Markant sind einzig die schwarze Kappe beim Männchen und die braune Kappe beim Weibchen. Diese Kappen reichen von der Stirn zum Nacken und bis zum Auge. Sie haben dem Vogel den Namen gegeben.
Das Nest der Mönchsgrasmücke liegt niedrig in Büschen und Sträuchern, gut versteckt im Dickicht des Waldes. Das Weibchen brütet 3 - 6 Eier aus und es sind bis zwei Bruten pro Saison möglich. Als Waldbewohner kommt die Mönchsgrasmücke in den Bergen nicht vor, dafür gerne dort, wo es waldähnliche Habitate hat. Als anspruchslosem Vogel stehen der Mönchsgrasmücke viele Optionen offen. Für die Fütterung der Jungen setzt die Mönchsgrasmücke auf Insekten und Spinnen. Sonst ernährt sie sich gerne von Beeren aller Art.
In der Schweiz gilt die Mönchsgrasmücke als Kurzstreckenzieher. Ziele des Vogelzuges sind Westeuropa und das Mittelmeer. Neue Erkenntnisse zeigen, dass auch Gebiete in Nordwesteuropa und sogar England als Winterquartier angeflogen werden. Die Engländer gelten als Vogelfreunde mit grossen Futterkästen im Garten und das hat sich scheinbar herumgezwitschert.
In den Wäldern des Mittellandes leben zudem die Dorngrasmücke und die Gartengrasmücke, welche auch Gebiete im Alpenraum besiedelt. Dort oben ist auch die Klappergrasmücke bis auf 2200 m Höhe zu entdecken.
Ein Spaziergang im kühlen Wald lohnt sich auch jetzt im Sommer, um den unermüdlichen Sängern zuzuhören. Die Vögel wird unsere Bewunderung nicht interessieren, dafür kehren wir mit einem entspannten Lächeln vom Spaziergang zurück.
Text: Kurt Schätti, Lohn
Foto: Kurt Schätti, Mönchsgrasmücke Männchen
Gesang der Mönchsgrasmücke: https://www.bird-song.ch/arten/m%C3%B6nchsgrasm%C3%BCcke