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Kommunen im Südharz senden geschlossenes Signal für starke Schienenanbindung

Gemeinsames Forderungspapier an Land Niedersachsen und LNVG übergeben


Seit mehreren Monaten beschäftigen sich die Kommunen im Südharz intensiv mit den Zukunftsperspektiven des Schienenpersonennahverkehrs in der Region. Die Stadt Osterode am Harz hat hierzu bereits frühzeitig mit Ratsresolutionen Stellung bezogen und sich für eine Stärkung der Schieneninfrastruktur eingesetzt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Planungen der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) im Rahmen des Konzepts „2030+/2040+“ haben die Städte und Gemeinden ihre Positionen nun gebündelt und ein gemeinsames Forderungspapier an die LNVG, das Land Niedersachsen sowie weitere zuständige Stellen übermittelt. Ziel ist es, die Schienenanbindung des Südharzes langfristig zu sichern und gleichzeitig kurzfristig spürbare Verbesserungen für die Menschen vor Ort zu erreichen.

Auf Einladung der Stadt Osterode am Harz kamen hierzu vor Kurzem die Bürgermeister der Städte und Gemeinden Seesen, Bad Grund (Harz), Osterode am Harz, der Samtgemeinde Hattorf am Harz, Herzberg am Harz, Bad Lauterberg im Harz, Bad Sachsa und Walkenried zu einem gemeinsamen „Bahngipfel“ zusammen. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen der aktuellen Planungen auf die Südharzstrecke sowie die Frage, wie die Interessen der Region gegenüber den zuständigen Stellen geschlossen vertreten werden können.

Im Ergebnis des Treffens verständigten sich die Kommunen auf ein gemeinsames Forderungspapier, das nun den zuständigen Entscheidungsträgern übermittelt wurde. Darin machen die Bürgermeister deutlich, dass die Region weitere Verschlechterungen bei der Bahnanbindung nicht akzeptieren wird. „Die Kommunen des Südharzes sprechen bei diesem wichtigen Zukunftsthema mit einer Stimme“, betont Osterodes Bürgermeister Jens Augat. „Eine leistungsfähige Bahnanbindung ist entscheidend für die Mobilität der Menschen, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region, den Tourismus und die erfolgreiche Umsetzung der Verkehrswende im ländlichen Raum.“


Vier gemeinsame Kernforderungen

In ihrem Forderungspapier formulieren die Südharz-Kommunen vier zentrale Forderungen:

1. Dauerhafter Erhalt aller bestehenden Direktverbindungen nach Göttingen

Die Bürgermeister sprechen sich ausdrücklich gegen Überlegungen aus, bestehende Direktverbindungen künftig in Northeim oder Kreiensen enden zu lassen. Dies betrifft insbesondere die RB 80 zwischen Nordhausen und Göttingen sowie die RB 82 zwischen Bad Harzburg und Göttingen. Aus Sicht der Kommunen ist die direkte Anbindung an den Knotenpunkt Göttingen unverzichtbar. Göttingen erfüllt als Oberzentrum, Hochschulstandort und wichtiger Fernverkehrsknoten eine zentrale Funktion für Pendlerinnen und Pendler, Studierende, Schülerinnen und Schüler, den Tourismus sowie die regionale Wirtschaft.


2. Sofortige Umsetzung einer Direktverbindung zwischen Braunschweig und Göttingen

Die Kommunen fordern darüber hinaus eine schnelle Herstellung einer durchgehenden Verbindung zwischen Braunschweig und Göttingen. Nach Auffassung der Bürgermeister kann dies durch betriebliche Lösungen im Bahnhof Herzberg am Harz – insbesondere durch das Kuppeln und Flügeln bestehender Zugverbindungen – deutlich früher erreicht werden als durch langfristige Infrastrukturprojekte.

Von einer solchen Lösung würden insbesondere die Gemeinden entlang der Strecke zwischen Seesen und Osterode am Harz profitieren. Gleichzeitig würde die Erreichbarkeit des Knotens Göttingen für die gesamte Region verbessert.

3. Einführung der RB 89 mit den erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen

Die Südharz-Kommunen unterstützen die zeitnahe Einführung der geplanten RB 89. Sie soll das Bahnangebot zwischen Osterode am Harz und Göttingen deutlich verbessern und perspektivisch einen Halbstundentakt ermöglichen. Voraussetzung hierfür sind eine kurzfristige Planung und Umsetzung der notwendigen Infrastrukturmaßnahmen. Auf den Bau der „Herzberger Kurve“ soll verzichtet werden. Stattdessen soll die RB 89 durch „Kopfmachen“ im Bahnhof Herzberg und den Bau eines Begegnungsabschnitts mit entsprechender Signaltechnik zwischen Herzberg/Schloss und Osterode am Harz/Mitte eingerichtet werden. Wichtig ist den Kommunen dabei, dass neue Angebote nicht zulasten bestehender Verbindungen geschaffen werden. Verbesserungen müssen allen Städten und Gemeinden entlang der Südharzstrecke zugutekommen und dürfen keine neuen Nachteile für einzelne Orte verursachen.

4. Zügige Errichtung des Bahnhaltepunkts „Osterode West“

Ebenfalls unterstützt wird die schnelle Realisierung des neuen Bahnhaltepunkts „Osterode West“ im Bereich des Gewerbeparks Westharz in Lasfelde. Der dortige Industriestandort besitzt eine hohe Bedeutung für Beschäftigte, Unternehmen sowie Pendlerinnen und Pendler aus dem gesamten Südharz. Ein zusätzlicher Haltepunkt würde die Erreichbarkeit des Standortes verbessern, den öffentlichen Nahverkehr stärken und zugleich einen Beitrag zur Entlastung des Straßenverkehrs leisten.


Gemeinsamer Appell an Land und LNVG

In ihrem Forderungspapier machen die Bürgermeister deutlich, dass die Verkehrswende nicht auf urbane Räume beschränkt bleiben darf. Auch ländliche Regionen seien auf leistungsfähige und attraktive Bahnverbindungen angewiesen.

„Eine weitere Schwächung der Schienenanbindung des Südharzes ist nicht hinnehmbar“, erklären die beteiligten Kommunen. Erforderlich seien kurzfristig umsetzbare, realistische und regional ausgewogene Maßnahmen, die bestehende Verbindungen sichern und gleichzeitig konkrete Verbesserungen ermöglichen.

Zugleich weisen die Bürgermeister darauf hin, dass bei einzelnen betrieblichen und infrastrukturellen Fragen noch Klärungsbedarf besteht. Deshalb haben die Südharz-Kommunen die Verantwortlichen zu einem gemeinsamen Austausch eingeladen, um die weiteren Planungen transparent und im engen Dialog mit den betroffenen Städten und Gemeinden voranzubringen.

„Der Südharz braucht keine weiteren Verschlechterungen, sondern verlässliche Perspektiven“, fasst Bürgermeister Augat zusammen. „Wir erwarten, dass die Interessen unserer Region im weiteren Verfahren angemessen berücksichtigt werden und die Chancen für eine nachhaltige Stärkung des Schienenverkehrs genutzt werden.“

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Auf dem Foto von links nach rechts:

Thorsten Waldmann, Ratsherr der Stadt Osterode am Harz (CDU) und Mitarbeiter bei der Deutschen Bahn

Christopher Wagner, Bürgermeister Herzberg, parteilos

Lars Deiters, Bürgermeister Walkenried, parteilos

Erik Homann, Bürgermeister Seesen, CDU

Jens Augat, Bürgermeister Osterode am Harz, SPD

Rolf Lange, Bürgermeister Bad Lauterberg, CDU

Daniel Quade, Bürgermeister Bad Sachsa, parteilos

Daniel Kaiser, Bürgermeister Samtgemeinde Hattorf am Harz, SPD

Patrick Schmidt, Bürgermeister Bad Grund, parteilos

Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Nachrichten aus dem Rathaus veröffentlicht.