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Unser Bürgertreff: Ein Blick hinter die Rathauskulissen

Wie viele Geschichten stecken eigentlich in einem Rathaus? Wer am Sonntag den Bürgertreff der Stadt Trossingen besucht hat, bekam darauf viele spannende Antworten. Bürgermeisterin Susanne Irion und die Stadtverwaltung hatten zum Blick hinter die Kulissen eingeladen. Trotz der Hitze nutzten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, das Rathaus noch einmal in seiner bisherigen Form zu besichtigen, bevor mit der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes sowie dem Abbruch und Neubau des Erweiterungsbaus die nächsten großen Projektschritte beginnen.


Besonders gefragt waren die Führungen durch das Rathaus. Dabei ging es nicht nur um die Zukunft des Gebäudes, sondern auch um seine Geschichte. Als das Rathaus 1905 errichtet wurde, verlief der Bau nicht ohne Diskussionen: Die großzügige Dienstwohnung des Bürgermeisters sorgte damals für ungehaltene Leserbriefe in der Lokalpresse.

Spannende Einblicke bot auch der Keller. Dort befanden sich früher eine Polizeiwachtstube und drei Arrestzellen. Das Rathaus war über viele Jahrzehnte nicht nur Verwaltungssitz, sondern auch Polizeistation und Gefängnis. Vorgestellt wurde außerdem die Entwicklung des Gebäudes – von zusätzlichen Dienstwohnungen bis zum gelben Erweiterungsbau von 1980, der nun einem Neubau weichen wird. Der Anbau erfüllt die heutigen Anforderungen an die Stadtverwaltung inzwischen nicht mehr.


Im Großen Sitzungssaal erinnerte eine Ausstellung an das Hagelunwetter von 2006, das sich am Tag des Bürgertreffs genau zum 20. Mal jährte. Viele Trossingerinnen und Trossinger erinnern sich noch genau an den Moment, als Hagel, Starkregen und Sturm innerhalb weniger Minuten eine Schneise der Verwüstung durch die Stadt zogen. Fotos dokumentierten tennisballgroße Hagelkörner und die erheblichen Schäden.


Im Kleinen Sitzungssaal waren unter anderem das Goldene Buch, die Amtskette der Trossinger Bürgermeister sowie einer der Ehrenringe der Stadt ausgestellt. Hinter der Täfelung wurde ein Teil des großen Wandgemäldes freigelegt. In einem Nebenzimmer war außerdem das Getreide zu sehen, das früher unter den Böden zur Dämmung verwendet wurde.


Neben der Geschichte spielte auch die Zukunft eine wichtige Rolle. Bürgermeisterin Susanne Irion informierte über die Sanierung des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes und den geplanten Neubau. Besucherinnen und Besucher konnten Fragen stellen, Pläne ansehen und sich über den Bauablauf informieren. Da sich die Stadt mit dem Bürgertreff zugleich am Tag der Städtebauförderung beteiligte, erläuterte Susanne Irion außerdem das Landessanierungsprogramm und weitere geförderte Projekte wie die Sanierung der Bohnengasse oder des Birk-Areals.


Auch abseits der Führungen war einiges geboten: Vor dem Großen Sitzungssaal gab es Informationen zur Ausbildung, ein Gewinnspiel und Slushies zur Abkühlung. Für Kinder war eine Etage tiefer die Spielstraße des Arbeitskreises Familienfreundliches Trossingen aufgebaut. Außerdem wurde das Stadtradeln 2026 offiziell eröffnet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten kleine Geschenke, und wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies unter www.stadtradeln.de weiterhin tun.


Auch beim Auszug der Sachgebiete kamen vergessene Schätze zum Vorschein. Da nicht alles mit umziehen konnte, durften sich die Gäste beim Bürgertreff ein Erinnerungsstück mitnehmen.


Der Bürgertreff zeigte, wie eng Geschichte und Zukunft des Rathauses miteinander verbunden sind. Für viele war es ein besonderer Abschied vom vertrauten Gebäude und zugleich die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Pläne für den künftigen Verwaltungsstandort zu informieren. Die große Resonanz und die vielen Gespräche machten das hohe Interesse der Bürgerschaft an diesem wichtigen Projekt deutlich.

Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Stadt Trossingen veröffentlicht.