Jugendlicher Elan trifft echte Familientradition
Martin Hölscher erhält das St. Sebastianus Ehrenkreuz
Man konnte am Ortseingang von Grundsteinheim schnell erahnen, wo die Königsresidenz ist. Ein riesiges Königspaar aus Strohballen und eine große Krone zeigte einem den Weg. Dieses Jahr gab es jedoch nicht nur eine Königsresidenz, sondern auch ein Königsquartier und dazwischen eine Feiermeile. Die im Detail sehr schön geschmückte Königsresidenz wurde abgerundet mit sieben Fahnen, die super in Szene gesetzt wurden.
Diese Fahnen stehen symbolisch für die einzelnen Orte und den Hofstaat, der sich wie folgt zusammensetzt: Königsbruder Mika Petersen (Dörenhagen) und Linda Gieseke, Cedric Glahn und Ricarda Koch, Sebastian Wächter und Lisa Geilhorn, Manuel Tölle und Sophie Kalbers (Dahl), Florian Willeke und Carolin Michaelis (Dahl), Daniel Willeke und Sophia Eikmeier (Herbram), Jonas Koch und Johanna Schlichting (Lichtenau) sowie Julius Rudolphi (Bad Lippspringe) und Lara Koch. Konrad Holtkamp aus Nordborchen war als Zeremonienmeister nicht wegzudenken und begleitete mit vollem Einsatz die Truppe.
Königspaar und Hofstaat hatten das Motto „Jung und brutal gut aussehend“ ausgerufen und sorgten durchweg für ansteckend gute Laune bei den Festteilnehmern. König Nils kommt gebürtig aus Dörenhagen und beide haben mit Dahl eine neue Wahlheimat gefunden, die zwischen den drei Orten genau in der Mitte liegt. Vor 70 Jahren regierten die Großeltern von Königin Lea-Sophie, sie sind bereits verstorben. Für Gänsehautmomente sorgte ein großes Banner, das Oberst Reiner Berg mit seiner Frau Stephanie anfertigen ließ. Dieses wurde direkt vor dem Wohnhaus von Hubert und Maria Glahn platziert, wo die Truppe seit Vogelschießen ihr Königsquartier bezogen haben. Die Königsresidenz ist im Haus von Matthias und Simone Glahn eingerichtet. Abgerundet wurde die Feiermeile durch das Haus von Hubertus und Brunhilde Glahn, die vor 25 Jahren Königspaar waren.
Die Verbundenheit zu den Nachbarorten wurde durch die Festzugteilnehmer aus Iggenhausen, Dahl und Dörenhagen wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auf Wunsch des Königs kam es dazu, dass Stefan Ernst aus Dörenhagen seinen Posten als Leutnant übernahm. Sonst als Unteroffizier im Team Fahne der St. Sebastian Schützenbruderschaft Dörenhagen unterwegs, wurde er kurzerhand mit den passenden Uniformteilen ausgestattet und erfüllte seine neue Rolle mit Bravour.
So wurde ausgelassen Schützenfest gefeiert wie die KLJB auf ihrem Plakat schrieb „9 Paare, 1 Mission, Schützenfest Eskalation“. Schön waren auch die symbolischen Gesten des Oberst Berg. So holte er im Zuge der Kranzniederlegung am Ehrenmal alle Vorsitzenden der anwesenden Vereine als Bewahrer der Tradition und des Friedens mit in die erste Reihe. Und auch der Vorstand als sein Team wurde beim Frühschoppen vorgestellt, da alle gemeinsam das gleiche Ziel verfolgen. So freut sich der Verein über eine tolle Gemeinschaft.
Beim Frühschoppen des Heimatschutzverein Grundsteinheim 1629 e. V. am Pfingstmontag wurden zunächst die Mitgliedsjubilare ausgezeichnet. 25 Jahre im Verein sind Bruno Driller, Hubert Kuhn, Frank Niemann, Heinrich Sandbothe, Michael Schäfer und Willi Hölscher. Bemerkenswert ist, dass alle nicht in Grundsteinheim wohnen und dennoch dem Verein und Ort so lange verbunden sind.
Seit 40 Jahren hält Fähnrich Martin Glahn dem Verein die Treue, davon trägt er unglaubliche 34 Jahre bereits die Fahne. Auf 50 Jahre Vereinszugehörigkeit blickt Schützenbruder Anton Keiter zurück. Ehrenoberst Bernhard Hölscher kann auf erstaunliche 60 Jahre im Heimatschutzverein Grundsteinheim 1629 e. V. zurückblicken. Er hat in dieser Zeit 40 Jahre Vorstandsarbeit geleistet und den Verein aus dem Sauertal im Umland erst richtig bekannt gemacht. Er ließ es sich nicht nehmen, dem aktuellen Vorstand für seine aktive und hervorragende Arbeit zu danken, der dies auch nach seinem Vorbild umsetzt.
Seinem Patenkind Martin Hölscher war nach einer bewegenden Laudatio durch den Stv. Bezirksbundesmeister Jörg Waltemate aus Asseln die Freude sichtlich anzumerken. Stv. Oberst Martin Hölscher wurde das St. Sebastianus Ehrenkreuz verliehen. Auch er blickt bereits mit 44 Lebensjahren auf 20 Jahre Vorstandsarbeit zurück, in denen er maßgeblich den Verein vorangebracht hat. So trug er nicht nur als Schriftführer und in einer ersten Amtszeit als Oberstleutnant sondern auch sechs Jahre als Oberst und 1. Vorsitzender Verantwortung. Er ist ein Mann der Tat, so ist die vereinseigene Schützenhalle seine Herzensangelegenheit. Er bringt sich durch sein handwerkliches Fachwissen in diversen Bereichen und die Bereitstellung von Material ständig mit ein. Egal ob es um die Unterhaltung der Halle geht, um Renovierungen, selbst die Hallenvermietung wickelte er so viele Jahre "nebenbei" ab bevor er diese Aufgabe weitergab. Viele grundlegende Renovierungsarbeiten wurden durch ihn maßgeblich initiiert und begleitet. So wurden die Fenster erneuert, die Außenfassade saniert und umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen am Dach und in der Halle durchgeführt. Ihn zeichnet seine außerordentliche Verlässlichkeit aus. Ein Mann, ein Wort. An Ideen für den laufenden Geschäftsbetrieb im Verein mangelt es ebenso wenig wie an pragmatischen Lösungen, die für alle Beteiligten ein gutes Ergebnis liefern. Er befindet sich nun in seiner zweiten Amtszeit als Ortsvorsteher. Auch hier zeigt er Weitblick und verkörpert diese Position seit seiner Wahl durch seine außerordentliche Bereitschaft hier der Sache im Sinne des Ortes und der Einwohner zu dienen und die Interessen entsprechend gut zu vertreten.
Besondere Freude herrschte an dem Morgen auch bei Bernd Ewers aus dem Nachbarort Iggenhausen. Seit 2009 ist Bernd Ewers stellvertretender Fähnrich und führt dieses ehrenvolle Amt mit Leib und Seele aus. Bei Arbeiten rund um die Halle ist auf ihn und seine Maschinen Verlass, auch auf ihn kann man immer zählen. Durch sein kirchliches Engagement bildet er das Bindeglied zwischen der Kirche und dem Heimatschutzverein bei Schützenmessen und der Prozession zu Christi Himmelfahrt. Auch ist er eine prägende Säule und Verbindungsoffizier zum Kameradschaftsverein und Musikverein im Nachbarort Iggenhausen. Für seine Verdienste wurde ihm der Hohe Bruderschaftsorden des BHDS verliehen.
Durch die Schießsportabteilung wurden der Bruder der Königin Leander Glahn als Schülerprinz und Jan-Luca Buschmeyer als Jugendprinz ausgezeichnet.
Der Heimatschutzverein dankt Fotografin Hiltrud Kröger, allen Vereinsmitgliedern, Musiker/Innen sowie den Gästen und Gönnern des Vereins für die tolle Unterstützung, die so ein Fest besonders bereichern und dadurch erst möglich machen.
Fotos: Hiltrud Kröger
Fotos Schützenfest – Grundsteinheim
Christian Bentler
Geschäftsführer
Heimatschutzverein Grundsteinheim 1629 e. V.