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Das Stickstoff-Problem_1

In unserem Bemühen um mehr Arten in unserer genutzten Landschaft stoßen wir immer wieder auf das gleiche Problem: Wir haben in der Regel zu viel Stickstoff in den Böden.

Früher war Stickstoff ein richtiges Mangelelement. Deshalb wurde die Ernährungslage der Menschen erst deutlich besser, als die Erstellung von Kunstdünger die Landwirtschaft vom Ausbringen von Mist und Waldstreu auf die Felder entbunden hat.

Mittlerweile haben wir aber in den meisten Böden so viel Stickstoff, dass wir durch das übermäßige Wachstum stickstoffliebender Pflanzen oft nur noch diese Pflanzen und damit auch nur noch die davon lebenden Tiere finden. An Stickstoffarmut angepassten Lebewesen ziehen dadurch den Kürzeren.

Zu den Pflanzen, die von viel Stickstoff profitieren, gehören neben vielen anderen der Ampfer, das Klettenlabkraut und natürlich die Brennnessel.

Diese „Stickstoff-Zeiger“ finden wir mittlerweile leider auch außerhalb von gedüngten Bereichen wie Feldern, Kompost- und Misthaufen sowie „Pinkelstellen“ – also z.B. auf Wegrändern wie die (dunkelgrünen) Brennesseln auf der rechten Seite des Wegrandes – in großer Zahl.

Selbst wenn wir gar nicht davon reden wollen, dass das Zuviel an Stickstoff ins Grundwasser sickert, ist auch der Verlust an Biodiversität zu bedauern.

Umso wichtiger ist es, diese Pflanzen zu mähen und zu entfernen, um ganz langsam den Überschuss abzuschöpfen.

Das machen z.B. Sabine Vollrodt und Katrin Dietmann in „ihrem“ Wegrandstreifen in Wibbecke beharrlich.

Sie mähen sogar die aus Versehen eingesäte Luzerne ab und bringen sie weg. Luzerne ist in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und daher dem Boden zusätzlichen Stickstoff zuzuführen, ihn also zu „düngen“.

Der „Export“ all dieser „Stickstoffliebhaberinnen“ hilft daher all jenen Pflanzen, die mit wenig Stickstoff klarkommen und die leider selten geworden sind.

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