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Neckartenzlinger Tour de France

Drei Hobby-Rennradfahrer der TSV-Abteilung Ski & Rad rüsteten Ende Mai Ihre Rennräder für eine längere Tour durch Frankreich auf. Neue Mäntel und Schläuche wurden aufgezogen, alle Funktionen nochmals überprüft und Gepäckträger wurden montiert, um jeweils 2 Gepäcktaschen transportieren zu können.


Die Grobplanung der Tour an den Nordatlantik wurde noch verfeinert und am Feiertag Fronleichnam, 04. Juni, war es dann so weit. Per Pkw wurde am frühen Morgen die Strecke bis zum offiziellen Startpunkt in Raststatt-Ottersdorf zurückgelegt und um 10 Uhr konnte der Startschuss zu einer 3-wöchigen Rundtour durch Frankreich gegeben werden.

Die ersten Tage waren gekennzeichnet von frischen, kühlen Temperaturen. Kräftiger Gegenwind war der ständige Begleiter für Jürgen Banhardt, Günther Jünger und Klaus Bässler. Die Touren führten größtenteils entlang dem ausgeklügelten Kanalsystem und an Flüssen zu den ersten Etappenorten Sarrebourg, Toul, Montier-es-Der und Chaource. Freundlich winkend und wesentlich gemütlicher hatten es die „Schiffsreisenden“, welche sich über die Kanäle und durch viele Schleußen zu neuen Zielen auf den Weg gemacht hatten. Die kleinen Städtchen und Dörfer hatten viele historisch reizvolle Gebäude, Kirchen und Chalet´s zu bieten. Am 4. Tag wurde die berühmte Provinz Champangne erreicht und so konnte die drei „Biobiker“ am Sonntagabend auf die ersten 400 Radkilometer mit einem Glas Champagner anstoßen.


Der für Montag geplante Ruhetag wurde kurzentschlossen gestrichen und in eine Kurzetappe nach Auxerre mit einer wunderschönen Altstadt verwandelt. Mit Tagesetappe Nr. 6 wurde die Loire erreicht und das Weltkulturerbe Chateau Sully-sur-Loire konnte aus nächster Nähe bewundert werden. Auch der nächste Tag hatte mit der Fahrt durch Orleans und seinem beeindruckenden Stadtbild einiges zu bieten.

Getreu dem Motto: „flexibel bleiben“ wurden die Übernachtungsmöglichkeiten immer nur für ein bis zwei Tage im Voraus online gebucht. Nach Etappe 9, mit Start in Chinon, führte ein gebuchter Glückstreffer zu Schlafplätzen, inkl. bester französischer Küche, in einem kleinen, außerhalb einer Ortschaft, in ruhiger idyllischer Lage und umrahmt von Pferdekoppeln, gelegenen Landschlösschen `Le Chateau de Chantemerle´. Mit drei herrlich großen Zimmern und als einzige Gäste übergab der Besitzer nach dem Abendessen für eine Nacht die Schlossherrschaft an die Radreisenden.

Nachdem bereits am Vortag die Temperaturen auf wunderbares Radfahrniveau geklettert waren, stiegen diese bei der Etappe Nr. 10 weiter nach oben. Nach knapp 1.000 Km wurde nun das Zwischenziel erreicht: die pulsierende und historisch bedeutende Hafenstadt `La Rochelle´. Die `Old Neckar Biker´ genossen nun den Abend in einem der zahlreichen Fischlokale und feierten die Ankunft am Atlantik.

Der Sonntag wurde als Pausentag zur Regenerierung und zum Genießen genutzt. Mit einer Schifffahrt zur vorgelagerten Insel mit Festung wurde bei herrlichem Sommerwetter `Il de Re´ erkundigt.


Mit Etappe 11 stiegen am Montag die Temperaturen deutlich an und die Rückfahrt mit süd-östlichem Kurs wurde gestartet. Der nun erhoffte Rückenwind blieb leider aus. Vorbei an Cognac lud Barbezieux zur nächsten Übernachtung ein. Mit Tages-Ziel Chateau les Marles am Radtag 12 wurde der südlichste Punkt (vergleichbar mit Turin) der gesamten Tour erreicht.


Über die hügeligeren Strecken mit den Tages-Etappenzielen Brive-la Gaillarde und Meymac wurde mit Etappe 15 Volvic erreicht. Diese Etappe führte durch die Vulkangegend mit dem bekannten und höchsten Vulkanberg `Puy de Dom´. Gleichzeitig hatte diese Tour mit 1.600 zu erklimmenden Höhenmetern die meisten und höchsten Anstiege zu bieten.


Die Temperaturen waren längst auf 37 und 38 Grad geklettert, die heißesten Tage mit neuen Rekordtemperaturen in der französischen und später auch der deutschen Geschichte wurden gemessen. Ein weiterer Ruhetag wurde zugunsten kürzerer Etappen gestrichen. Der tägliche Start wurde auf den frühen Morgen vorgezogen und die Zahl der Pausen, vor allem am Nachmittag, wurde erhöht. Literweise wurden erfrischende isotonische Getränke bei den Stopps an Bars und Bäckereien zugeführt.

Weiter ging es durch beeindruckende Landschaft, entlang von Flüssen und Kanälen, vorbei an vielen historischen Gebäuden, durch den Kurort Vichy, von dem in diesem Jahr die 11. Etappe der Tour de France starten wird.


Nach den Etappenzielen Lapalisse und Montceau-les-Mines folgte Tour 18 durch das Burgund mit einer Besonderheit. Auf dieser Etappe stießen die Neckartenzlinger Peter Hofstädter und Bernd Gienger hinzu und begleiteten das Drio bis zum Tourende. Dole, ebenfalls ein `Tour de France 26 - Etappenort´ und Pays-de-Clerval waren die nächsten gemeinsamen Tagesziele.


Mit Radtag Nr. 20 folgte nun die Abschlusstour. Die Gewissheit heute das Ziel zu erreichen ließ eine entspannte und lockere Stimmung aufkommen, zumal sich das Gewicht der Gepäcktaschen bereits im Wohnmobil befand. Ein Stück am Rhone-Rhein-Kanal entlang und schon bald grüßte das Elsass. Mit Blick auf den Grand Ballon endete in den Vogesen in Sewen die 3-wöchige Tour durch Frankreich.

2.051 geradelte Kilometer, 16.454 erklommene Höhenmeter, 101 Fahrstunden und nur 3 Platten konnten die Radsportler notieren. Viel Lob wurde Tourenplaner und Frankreichkenner Jürgen für die exzellente und gekonnte 20-tägige Navigation ausgesprochen.


Die vollbrachte Leistung wurde mit einem weiteren sehr guten Abendessen der französischen Küche bei einem (oder zwei, drei) guten Tropfen Wein gebührend gefeiert, bevor es am nächsten Tag mit unvergesslichen Eindrücken im Gepäck entspannt in Peters Wohnmobil wieder nach Hause ging.

Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Abteilung Ski & Rad / TSV Neckartenzlingen e. V. veröffentlicht.
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