Botanische Hitzehelden und wo sie zu finden sind

Spezialisten auf den naturnahen Flächen in Hüfingen trotzen der Hitze


Wenn der Sommer brennt, blühen sie auf: Auf den naturnahen Flächen in Hüfingen zeigen spezielle Wildpflanzen, wie sie mit Trockenheit klarkommen. Die grünen Hitzehelden trotzen Sonne und Dürre – und bieten gleichzeitig Insekten wertvollen Lebensraum. Im Projekt „Natur nah dran“ wurden 2025/26 an sieben Standorten Flächen mit Wildpflanzen umgestaltet.


Die naturnah gestalteten Flächen dienen in erster Linie dem Erhalt der Artenvielfalt bei den Insekten – sie bieten also Nektar und Pollen für Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Dass sie auch besser mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen als etwa konventioneller Rasen, ist ein toller Nebeneffekt. Denn so spart die Kommune Zeit und Geld bei der Bewässerung.


„Wir sehen, dass diese Flächen auch heiße Sommer gut überstehen. Allerdings mussten die Neuanpflanzungen doch einige Male gewässert werden, da die frisch gepflanzten Stauden noch kein ausreichend tiefes Wurzelwerk gebildet haben. Die lange Trockenheit und die extrem hohen Temperaturen hätten sonst einige der jungen Pflänzchen verdorren lassen. Aber sie sind immer noch viel robuster als klassische Sommerblumen.“, sagt der Naturschutzbeauftragte Johannes Geißler. Damit sind die naturnahen Grünflächen ein praktisches Beispiel für zukunftsorientierte Stadtgestaltung. Hüfingen schaffte mit der Teilnahme am Projekt „Natur nah dran“ ökologisch wertvolle Lebensräume, von denen Tiere ebenso wie das lokale Klima langfristig profitieren.


Hier stellen wir fünf Hitzehelden vor, die Sie auf den Flächen im Stadtgebiet entdecken können:


Steppen-Wolfsmilch

Mit botanischem Namen heißt sie Euphorbia seguieriana. Gelb-grünen Blüten öffnen sich auf schlanken Stielen mit feinen Blättern zu einem großen Blumenstrauß. Die ausdauernde Staude wächst an sonnigen, trockenen Standorten, wie zum Beispiel am Stadttor. Wie viele Wolfsmilch-Gewächse sondert sie einen giftigen Milchsaft ab, der zu Hautreizungen führen kann. Sie ist eine wichtige Raupenfutterpflanzen und auch bei Schwebfliegenarten besonders beliebt.


Echtes Nelken-Leimkraut

Derzeit nicht zu übersehen ist das Nelken-Leimkraut, das die neu angelegten Staudenbeete mit einem pinken Schleier überzieht. Die einjährige Pflanze bevorzugt sonnige und trockene Standorte und versamt sich willig, so dass sie auch in den folgenden Jahren leuchtende Farbtupfer in den Beeten setzen wird. Atocion armeria liefert Pollen und Nektar für 12 verschiedene Wildbienenarten, wie z.B. die Dunkelgrüne Schmalbiene.


Färber-Resede

Botanisch heißt sie Reseda luteola, stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wird seit vielen Hundert Jahren bei uns zum Färben verwendet. Die meist zweijährige Pflanze wird bis zu 1,20 Meter hoch und bildet eine kräftige Pfahlwurzel aus. Sie mag es trocken und steinig. So ist sie zum Beispiel im Hochbeet am Spielplatz Schari zu finden, kommt aber auch häufig an Bahnhöfen oder Autobahn-Mittelstreifen vor. Mit ihren gelben Blüten bildet sie eine lange und verzweigte Blütenkerze aus, die während der Blütezeit immer weiter der Sonne entgegenwächst.


Gelbe Skabiose

Ähnlich wie ihre Verwandten, die violetten Skabiose-Arten, blüht Scabiosa ochroleuca noch im Spätjahr, teilweise sogar bis in den November hinein. Sie ist aber weitaus seltener. Längere Trockenphasen im Sommer können ihr nichts anhaben, denn sie verfügt über eine kräftige Pfahlwurzel, mit der sie an Wasser in tiefen Bodenschichten heranreicht. Sie kommt im Staudenbeet an der Mauer im Park hinter dem Altenheim vor.


Thymian-Arten

Thymian überzeugt nicht nur in der Gewürzmischung, sondern auch auf sonnigen Flächen. Ob Feld-Thymian, Zitronen-Thymian oder Kriechender Thymian - alle Arten sind gut gewappnet, um mit Trockenheit zurecht zu kommen: Die kleinen Blätter sind lederartig und haben kleine Drüsen, mit denen sie ätherische Öle abgeben. Dadurch verdunsten die Blätter weniger Feuchtigkeit – quasi ein natürliches Anti-Transpirant der Pflanze. Außerdem reicht die Wurzel der Pflanze bis in einen Meter Tiefe. So kann sie Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten ziehen. Thymian wächst polsterartig mit kleinen rosa Blüten. Ihn findet man in Hüfingen am Stadttor oder auf Flächen am Spielplatz Schari.


Hintergrund:


Hüfingen ist eine von 15 Städten und Gemeinden, die ins NABU-Programm „Natur nah dran“ aufgenommen wurden. Die Förderung umfasst neben finanzieller Unterstützung unter anderem die Schulungen für kommunale Angestellte.


Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und Land wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Seit 2016 wandelten 121 Kommunen fast 300.000 Quadratmeter naturnah um.


Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie hier.


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Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Stadt Hüfingen veröffentlicht.