Auf den Wegen Europas! 08.07.2026 Arcachon
Heute Morgen standen die Jugendlichen bereits um 7 Uhr auf und frühstückten um 7:30 Uhr. Um 8:30 Uhr stiegen wir auf unsere Fahrräder und machten uns auf den Weg nach La Teste-de-Buch – eine gemütliche Fahrt von etwa zehn Kilometern.
Bei unserer Ankunft erwartete uns Begonia, eine Betreuerin der Organisation Terre et Océan, um uns die Salzwiesen von La Teste-de-Buch näherzubringen.
Während dieser Exkursion beobachteten die Jugendlichen mithilfe eines Spektivs verschiedene Vogelarten, darunter einen Graureiher. Sie lernten außerdem, Limikolen zu erkennen – Watvögel der Feuchtgebiete mit langen Beinen und langem Schnabel, perfekt an ihren Lebensraum angepasst.
Anschließend entdeckten wir die typische Vegetation der Salzwiesen. Begonia stellte uns verschiedene halophile Pflanzen vor, etwa die essbare Salicorne oder die Obione. Die Jugendlichen verstanden, dass die Verteilung dieser Pflanzen von ihrer Salzverträglichkeit, dem Wasserstand und ihrer Lage in Bezug auf die Gezeiten abhängt.
Die Betreuerin erklärte uns außerdem das Schleusensystem, das die Salzwiesen bei Springfluten mit Wasser versorgt. Wir erfuhren, dass das Wasser der Salzwiesen Brackwasser ist – also eine Mischung aus Süß- und Salzwasser. Regenwasser aus der Stadt (nicht das Abwasser!) gelangt in dieses natürliche Umfeld und vermischt sich dort mit Meerwasser.
Die Führung setzte sich im nahegelegenen Wald fort. Die Jugendlichen erfuhren, dass es sich um einen überflutbaren Wald handelt, der bei Starkregen oder Springfluten vorübergehend Wasser speichern kann. Dadurch werden Überschwemmungen in der Stadt begrenzt und gleichzeitig ein besonders artenreiches Ökosystem erhalten.
Zum Mittagessen machten wir ein Picknick im Schatten der Bäume. Dabei lernten wir auch eine kulinarische Spezialität des Beckens von Arcachon kennen: Austern. Einige Jugendliche probierten sie begeistert, andere kosteten vorsichtig, während manche nicht überzeugt waren. Eine spannende Entdeckung, die viel Neugier weckte.
Um 14 Uhr stieß Josiane zu uns, um ihre Leidenschaft für die Malerei zu teilen. Sie hatte wunderschöne Austernschalen vorbereitet, außen sorgfältig gereinigt und golden bemalt. Fast zwei Stunden lang konnte jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen und das Innere seiner Schale nach Belieben gestalten. Die Kunstwerke werden am Samstagabend in unserem Hauptquartier, dem Weinkeller des Domaine de Birot, ausgestellt.
Diese Aktivität kam bei allen besonders gut an. Nach drei intensiven Tagen voller Fahrradtouren, Besichtigungen und Wärme spürten sowohl Jugendliche als auch Erwachsene die Müdigkeit. Dieser ruhige Moment im Schatten der Bäume bot eine wohltuende Pause voller Kreativität und Entspannung.
Danach machten wir uns wieder mit den Fahrrädern auf den Weg zum Strand der Arbousiers, wo uns ein wohlverdientes Bad erwartete.
Der Strand hielt eine Überraschung bereit: zahlreiche Quallen waren angespült worden. Ein Bewohner aus Saint-Loubès erklärte uns, dass diese Quallen nicht brennen. Die Jugendlichen konnten sie daher gefahrlos aus der Nähe betrachten und sogar anfassen. Schnell entstand ein spontaner Wettbewerb: Wer findet die größte Qualle? Die Fotos zeigen, wie ungewöhnlich und lustig dieser Moment war.
Zurück im Zentrum duschten alle und anschließend gab es Abendessen.
Der Abend ging mit Wasserspielen weiter – wie immer in Teams aus französischen, deutschen und spanischen Jugendlichen. Die erste Aufgabe bestand darin, eine Flasche so schnell wie möglich mit einem einfachen Schwamm zu füllen. In der zweiten Runde mussten die Teams eine volle Flasche bis zur Ziellinie bringen… ohne die Hände zu benutzen! Lachanfälle garantiert! In der letzten Aufgabe sollte die Flasche erneut mit einem Schwamm gefüllt werden, diesmal jedoch ohne Hände: Der Schwamm musste zwischen Unterarm, Ellbogen oder Schulter eingeklemmt werden, um das Wasser zur Flasche zu transportieren. Eine viel schwierigere Herausforderung, als man denkt!
Zum Abschluss des Abends sollte jedes Team ein Kunstwerk aus den bereitgestellten Materialien gestalten. Besonders gefreut hat uns, dass die Jugendlichen sich von allem inspirieren ließen, was sie seit Beginn des Aufenthalts entdeckt hatten. So entstanden Landschaften des Beckens, ein Brunnen, die Büste von Brémontier und weitere Werke, die an die Besichtigungen der letzten Tage erinnerten. Eine schöne Bestätigung dafür, dass kulturelle und natürliche Entdeckungen Eindruck hinterlassen – und gleichzeitig die Fantasie anregen.
Der Tag endet nun mit einem entspannten Moment, in dem alle die Abendstunden nutzen, um zu spielen, zu reden und schöne Augenblicke mit ihren neuen Freunden zu teilen. Nur Jean-Pierre repariert die zwei platten Reifen des Tages!
Ein weiterer Tag voller Entdeckungen, Sport, Natur, Kreativität, Lachen und Austausch. Jeder gefahrene Kilometer, jede Aktivität und jeder Moment stärkt die Verbindung zwischen unseren französischen, deutschen und spanischen Jugendlichen und verleiht dem Projekt „Auf den Wegen Europas“ seinen ganzen Sinn.
Bis morgen – für die Fortsetzung des Abenteuers!