Großes Interesse an der Zukunft des Minara
Volle Reihen, viele Fragen und die ein oder andere Idee: Die erste Informationsveranstaltung zur Zukunft des Hallen- und Freizeitbades Minara hat gezeigt, dass das Bad den Menschen in Bad Dürrheim am Herzen liegt. Viele Bürger brachten hauptäschlich Sorgen mit, zudem kamen sie mit Anregungen und der Bereitschaft, sich selbst aktiv für die Zukunft des Minara einzusetzen.
Mit der Veranstaltung im Luisensaal im Restaurant 15, ehemals Kurhaus, ist der vom Gemeinderat beschlossene Prüf- und Beteiligungsprozess offiziell gestartet. Ziel ist es, gemeinsam zu prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen das Minara langfristig erhalten werden kann. Bürgermeister Jonathan Berggötz und Markus Spettel, Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH Bad Dürheim, informierten die Besucher umfassend über die finanzielle Situation der Stadt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Bades sowie den weiteren Ablauf des Prüfprozesses.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde deutlich, vor welchen finanziellen Herausforderungen die Stadt derzeit steht. Für den Haushalt 2026 wird ein Defizit von rund vier Millionen Euro erwartet. Gleichzeitig verursacht das Minara, wie nahezu alle kommunalen Hallenbäder, ein dauerhaftes Betriebsdefizit. Eine Schließung des Bades würde nach aktuellen Berechnungen Einsparungen von rund 630.000 Euro pro Jahr ermöglichen. Dennoch machte Markus Spettel deutlich, dass Hallenbäder deutschlandweit auf Zuschüsse angewiesen sind und das Minara durch die Synergieeffekte mit der Kur- und Bäder GmbH bereits vergleichsweise effizient betrieben wird.
Auch die Entwicklung der Besucherzahlen wurde vorgestellt. Diese zeigt seit Jahren einen deutlichen Rückgang: Während das Minara im Jahr 2001 noch rund 145.000 Gäste verzeichnete, sank die Zahl bis 2025 auf etwa 46.600. Bereits vor der Sanierung im Jahr 2018 lag die jährliche Besucherzahl trotz des vorhandenen Freibads nur noch bei knapp 65.000. Diese langfristige Entwicklung war ein wesentlicher Faktor für die Entscheidung des Gemeinderats, im Zuge der Sanierung auf den Erhalt des Freibads zu verzichten. Zwar ist gegenüber dem Vorjahr wieder ein leichter Anstieg der Besucherzahlen festzustellen, insgesamt setzt sich jedoch ein rückläufiger Trend fort, wie er auch in zahlreichen anderen Kommunen zu beobachten ist.Gleichzeitig bleibt das Minara ein wichtiger Ort für den Schul-, Vereins- und Freizeitsport: Allein im vergangenen Jahr nutzten mehr als 6.000 Schüler sowie über 7.000 Vereinssportler das Bad.
„Uns ist wichtig, offen darzustellen, warum wir diese Diskussion überhaupt führen müssen“, betonte Bürgermeister Jonathan Berggötz. Die Stadt stehe vor erheblichen finanziellen Herausforderungen und müsse alle freiwilligen Leistungen auf ihre langfristige Finanzierbarkeit überprüfen. Gleichzeitig sei klar: Eine Entscheidung über die Zukunft des Minara ist noch nicht getroffen. Der laufende Prüfprozess soll vielmehr aufzeigen, welche Möglichkeiten bestehen, den Betrieb dauerhaft tragfähig zu gestalten.
Großen Raum nahm deshalb der Austausch mit den Teilnehmenden ein. Vertreter von Vereinen, Schulen, Mitarbeitende des Minara sowie zahlreiche Besucher schilderten, welche Bedeutung das Hallen- und Freizeitbad für Sport, Gesundheit, Schwimmausbildung und das gesellschaftliche Leben in der Kurstadt hat. Gleichzeitig wurden vereinzelte Anregungen eingebracht.
„Besonders gefreut hat mich die Bereitschaft vieler Anwesender, sich aktiv und konstruktiv in den weiteren Prozess einzubringen. Sowohl der Schwimm- und Skiclub als auch Bürgerinnen und Bürger und Mitarbeitende der Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim haben Vorschläge für die zukünftige Gestaltung des Minara vorgestellt. Dass darüber hinaus viele ihre Bereitschaft signalisiert haben, das Minara künftig auch ehrenamtlich zu unterstützen, ist ein starkes Zeichen der Verbundenheit“, erklärt Geschäftsführer Markus Spettel.
„Die hohe Beteiligung und die vielen Beiträge zeigen, welchen Stellenwert das Minara für unsere Stadt hat“, so Bürgermeister Berggötz. „Jetzt gilt es, dieses Engagement zu nutzen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die sowohl den finanziellen Möglichkeiten der Stadt als auch der Bedeutung des Bades für unsere Bürgerschaft gerecht werden.“
Der Prüf- und Beteiligungsprozess wird in den kommenden Monaten fortgesetzt. Neben weiteren Gesprächen mit Vereinen, Schulen, Nachbarkommunen und weiteren Partnern sind auch die Bürgerinnen und Bürger weiterhin eingeladen, ihre Ideen einzubringen. Vorschläge und Anregungen können jederzeit per E-Mail an [email protected] gesendet werden.
Bildunterschriften:
(1) Bürgermeister Jonathan Berggötz (rechts) und Kurgeschäftsführer Markus Spettel (daneben) gaben der Bürgerschaft Auskunft über die finanzielle Situation der Stadt und des Minara, daneben Monika Balog und Claudia Sausen von der Kur- und Bäder GmbH.
(2) Kinder und Jugendliche aus der Schwimmsportabteilung des SSC Bad Dürrheim verfolgten die Argumente und ergriffen auch das Wort für den Erhalt des Minara.