Gruß zum Wochenende
Ein gesegnetes Wochenende. Der Kartengruß hängt am Sonntag nach dem Gottesdienst wieder aus. Herzliche Einladung auch zur Andacht per Anruf unter 05694-9910208.
Zum 9. Sonntag nach Trinitatis, dem 2.8.2026
„Ich sehe was, was du nicht siehst.“ Dieses Spiel schärft die Aufmerksamkeit. Erstaunlich, was andere so alles sehen. Wie schnell wird doch manches übersehen, ausgeblendet oder einfach nicht wahrgenommen. Und doch existiert das Übersehene.
Wie werde ich gesehen? Wie sieht Gott mich?
Der Prophet Jeremia macht, die Erfahrung, dass Gott mehr in ihm sieht, als er selbst. Gott sieht in Jeremia eine Begabung für das Pro-phetenamt. Jeremias Einwände lässt Gott nicht gelten und beruft ihn zum Propheten. Ein Prophet kann sich nicht aussuchen, was er sagen muss. Ein Prophet benennt Gefahren, kritisiert, prangert Unrecht an. Beliebt macht er sich damit nicht. Ein Prophet steht oft auf verlorenem Posten. Jeremia wollte das nicht. Aber Gott macht ihm Mut: Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und werde dich retten!“ Gott verspricht Jeremia keine rosigen Zeiten. Aber sein Beistand ist unverbrüchlich. Ich stelle mir vor, Jeremia weiß nicht, wie ihm geschieht. Er staunt. Gott verfügt über Wörter, die auszu-sprechen er sich nie getraut hätte. Gott bestimmt über seine Zukunft. Einspruch ist nicht vorgesehen. Zugleich erweist sich Gott als fürsorglich. Kümmert sich um seinen Mund. Damit er nicht sprachlos bleibt. Nicht trocken und ohne Worte.
Und dann mit einem Mund voller Wörter, mit Sätzen voller Macht, kann Jeremia sehen, was Gott längst sah. Ja, er kann das. Das ist seine Bestimmung, seine Aufgabe. An Wörtern fehlt`s ihm nicht. Er wird sagen: „Gott sah mich schon vor meiner Geburt. Langsam er-kenne ich, wer ich bin.“
Ich glaube, Gott sieht weiter, als wir schauen können. Das macht mich ehrfürchtig und neugierig. Was sieht Gott? Was müsste ich unbedingt erkennen? Was ist meine Aufgabe?
Gott hilft uns zu erkennen, was er für uns siehst. „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir.“, ruft Gott uns zu. Er schenkt uns Kraft für unsere Wege.
Ihre und Eure Pfarrerin Claudia Engler