Energiewende braucht Dialog statt Planung am grünen Tisch
Bürgerdialog der FDP-Kreistagsfraktion am 19.8.26 in Barterode
"Energiewende braucht Dialog statt Planung am grünen Tisch"
Über 100 Bürgerinnen und Bürger diskutierten am 19. August im Gasthaus Plumbohm in Barterode über die Zukunft der Energiewende im ländlichen Raum. Unter dem Titel "AGRIKULTUR: Leben und Arbeiten im ländlichen Raum“ standen insbesondere die Teilflächenplanung für Windenergie sowie Photovoltaik-Projekte im Mittelpunkt des Bürgerdialogs der FDP-Kreistagsfraktion Göttingen.
Neben Flächeneigentümern und Projektierern kamen vor allem betroffene Bürgerinnen und Bürger zu Wort. Achim Hübner vom Landvolk zeigte in seinem Vortrag "Wunsch und Wirklichkeit der Energiewende" die realistischen Auswirkungen der Energiewende auf den ländlichen Raum auf: Wo bleiben die Erträge? Welche Ausbauziele sind tatsächlich sinnvoll und notwendig? Und wie verändert sich unsere Landschaft konkret?
Dr. Thomas Carl Stiller stellte die Kritikpunkte der FDP-Kreistagsfraktion an der aktuellen Teilflächenplanung für Windenergie vor. Dabei ging es unter anderem um Fragen des Artenschutzes, des Landschafts- und Gewässerschutzes, um Verfahrensabläufe sowie um die Information und Beteiligung der Bürger. Die FDP sieht hier weiterhin erheblichen Verbesserungsbedarf und wird dazu weitere politische Initiativen und Anträge einbringen.
Besonders wertvoll war der offene Austausch zwischen Politik, Bürgerinitiativen, Betroffenen und Planern. Der Abend machte deutlich, dass viele Konflikte nicht durch zusätzliche Gutachten, sondern durch direkte Gespräche lösbar werden. Neue Ideen, Denkansätze und mögliche Kompromisslösungen wurden sichtbar – teilweise auch zu Themen, die in den bisherigen Planungen kaum berücksichtigt wurden.
Die zentrale Botschaft des Abends: "Akzeptanz entsteht nicht am grünen Tisch, sondern im direkten Dialog mit den Menschen vor Ort." Wer tausende Einwendungen lediglich verwaltet, darf sich nicht über fehlende Zustimmung wundern. Erst das Gespräch mit den Betroffenen eröffnet neue Wege für tragfähige Lösungen.
Die FDP-Kreistagsfraktion wird sich auch nach der Kommunalwahl weiterhin intensiv mit den Auswirkungen der Energiewende im Landkreis befassen, den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern suchen und ihre kritischen Punkte konstruktiv in den politischen Prozess einbringen.