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Die legendäre G90-Runde – Sechs Tage mit dem MTB durch die Bündner Alpen

Sechs Tage, unzählige Trails, gewaltige Panoramen und Höhenmeter, die sich irgendwann nicht mehr zählen, sondern nur noch spüren lassen: Die legendäre G90-Runde durch die Schweizer Alpen im Kanton Graubünden ist eine Mountainbike-Tour der besonderen Art. Start und Ziel: Chur. Dazwischen liegen hochalpine Pässe, technische Trailabfahrten, einsame Täler und eine ordentliche Portion Schweiß.


Tag 1: Von Chur nach Arosa

Zum Auftakt geht es von Chur hinauf nach Arosa. Rund 1.700 Höhenmeter stehen am Ende des Tages auf dem Konto. Der Anstieg macht unmissverständlich klar, was die kommenden Tage bereithalten: Die G90 ist kein Spaziergang, sondern eine alpine Herausforderung. Dafür entschädigt bereits die Ankunft in Arosa mit beeindruckenden Bergkulissen und der Gewissheit: Die Reise hat gerade erst begonnen.


Tag 2: Über den Furcletta-Pass nach Thusis

Von Arosa führt die Route über den Furcletta-Pass auf knapp 2.600 Meter. Die Luft wird dünner, die Beine schwerer und die Landschaft dafür umso spektakulärer. Nach der Passüberquerung wartet eine lange Abfahrt über Alvaneu und Schrans, bevor schließlich Thusis erreicht wird. Am Ende stehen erneut rund 1.700 Höhenmeter auf der Tagesbilanz. Ein Tag, der eindrucksvoll zeigt, dass auf der G90 jeder Anstieg mit einer besonderen Abfahrt belohnt wird.


Tag 3: Der Königstag – über Glaspass und Tomülpass nach Vals

Der dritte Tag entwickelt sich zum echten Highlight der Tour. Von Thusis geht es zunächst über den Glaspass. Was anschließend folgt, dürfte bei den meisten Beteiligten dauerhaft im Gedächtnis bleiben: eine grandiose S3/S4-Trailabfahrt nach Safien Platz – technisch anspruchsvoll, flowig und definitiv nichts für müde Nerven. Doch damit ist der Tag noch lange nicht geschafft. Durch das Safiertal geht es weiter bergauf zum Tomülpass. Wieder wartet eine herausfordernde Trailabfahrt, diesmal begleitet von zahlreichen Murmeltieren, die offenbar deutlich entspannter unterwegs sind als die Mountainbiker. Mit rund 2.300 Höhenmetern ist dieser Tag die härteste Etappe der gesamten Runde. Er fordert alles, liefert dafür aber auch unvergessliche Eindrücke. Am Abend in Vals sind die Beine schwer – und die Gesichter zufrieden.


Tag 4: Hoch hinaus und weiter nach Tavernasa

Von Vals heißt es erneut: bergauf. Die Route führt auf knapp 2.200 Meter Höhe und eröffnet dabei immer wieder fantastische Blicke auf zahlreiche 3000er-Gipfel. Das Panorama ist schlicht überwältigend: schroffe Felsgipfel, grüne Alpentäler und eine Weite, die man auf viel befahrenen Standardrouten vergeblich sucht. Nach dem langen Anstieg folgt die Abfahrt nach Tavernasa. Rund 1.700 Höhenmeter haben die Beine am Ende des Tages zusätzlich verarbeitet. Die Müdigkeit wird dabei zuverlässig von der Landschaft überstrahlt.


Tag 5: Von Tavernasa nach Flims

Auch am fünften Tag kennt die G90 keine Gnade. Von Tavernasa geht es weiter nach Flims – mit nochmals rund 2.000 Höhenmetern. Die Beine melden inzwischen deutlich Gesprächsbedarf, doch die grandiosen Ausblicke sorgen dafür, dass niemand ernsthaft ans Aufgeben denkt. Die Route führt durch eine beeindruckende alpine Landschaft und belohnt jeden weiteren Höhenmeter mit neuen Perspektiven auf die Bündner Bergwelt. Flims wird schließlich zum Etappenziel und zugleich zum letzten großen Übernachtungsstopp der Runde.


Tag 6: Wetter entscheidet

Der letzte Tag sollte eigentlich den würdigen Schlusspunkt der G90-Runde bilden. Doch die Alpen schreiben ihre eigenen Regeln: Regen und aufziehende Gewitter machen eine vollständige Befahrung der geplanten Strecke zu riskant. Schweren Herzens wird die sechste Etappe deutlich eingekürzt. Statt eines weiteren alpinen Abenteuers geht es auf direktem Weg zurück nach Chur. Sicherheit geht vor – auch bei der härtesten Mountainbike-Runde.


Ein Erlebnis, das bleibt

Auch wenn die G90-Runde wetterbedingt nicht ganz wie geplant beendet werden konnte, bleibt sie ein einmaliges Mountainbike-Erlebnis. Sechs Tage lang führte die Tour durch eine faszinierende Bergwelt, fernab von Massentourismus und über gut ausgebaute Wege ebenso wie über technisch anspruchsvolle Trails.


Die Mischung aus langen Anstiegen, herausfordernden Abfahrten, hochalpinen Pässen und spektakulären Ausblicken macht die Runde zu einer echten Herausforderung – und genau deshalb zu einem Erlebnis, an das man sich gerne zurückerinnert. Am Ende bleibt nicht nur der Blick auf zahlreiche 3000er, Murmeltiere am Tomülpass oder die rasanten Abfahrten im Gedächtnis. Es bleibt vor allem das Gefühl, gemeinsam etwas Besonderes geschafft zu haben.


Denn für die G90 gilt mehr denn je:

Der Schmerz vergeht – der Stolz bleibt!

Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Abteilung Ski & Rad / TSV Neckartenzlingen e. V. veröffentlicht.