Martin Luther King: "I have a dream" - Reihe "Zeitzeichen"
Eine Rede, die eigentlich anders geplant war.
Als Martin Luther King Jr. am 28. August 1963 beim „March on Washington“ ans Rednerpult trat, war er der letzte von insgesamt 17 Redner*innen. Für die einzelnen Reden waren ursprünglich nur fünf Minuten vorgesehen. King sprach am Ende 17 Minuten.
Interessant ist dabei: Der berühmte „I have a dream“-Teil stand zwar nicht im vorbereiteten Manuskript, aber er war keineswegs komplett neu improvisiert. King hatte ähnliche Passagen bereits in früheren Reden verwendet. Er verfügte über einen großen Fundus an Formulierungen und konnte so flexibel auf die Stimmung seines Publikums reagieren. Vielleicht ist genau das ein Teil des Geheimnisses dieser Rede: Sie wirkte spontan, beruhte aber gleichzeitig auf jahrelanger Erfahrung.