Gemeinsam leiser ins neue Jahr – für Menschen, Tiere und unsere Gemeinschaft


Bis zum Jahreswechsel ist noch etwas Zeit. Dennoch möchten wir bereits heute dazu einladen, über einen rücksichtsvollen Umgang mit Feuerwerk nachzudenken. Denn ein schönes Silvester zeigt sich nicht nur in bunten Lichtern, sondern auch darin, wie wir aufeinander achten.

Für viele Menschen gehören Raketen und Böller traditionell zum Jahreswechsel. Für andere bedeutet das Feuerwerk jedoch eine große Belastung: Ältere und kranke Menschen, kleine Kinder, Menschen mit besonderem Ruhebedürfnis sowie Haus-, Nutz- und Wildtiere leiden häufig unter dem plötzlichen und anhaltenden Lärm. Hinzu kommen Belastungen für Umwelt, Einsatzkräfte und Brandschutz.

Warum sprechen wir schon heute darüber?

Rücksichtnahme beginnt nicht erst in der Silvesternacht. Viele Menschen planen ihre Feier frühzeitig und entscheiden bereits Wochen vorher, ob und wie viel Feuerwerk sie kaufen.

Auch gute Alternativen und gemeinschaftliche Lösungen benötigen Zeit. Bürgerinnen und Bürger sollen informiert werden und Gelegenheit erhalten, ihre Erfahrungen, Ideen und Wünsche einzubringen. Ebenso müssen Fragen zu Sicherheit, Brandschutz und möglichen geeigneten Flächen sorgfältig geprüft werden.

Unser Anliegen ist es daher nicht, kurzfristig Druck auszuüben oder jemanden zu bevormunden. Wir möchten frühzeitig informieren, zum Nachdenken anregen und einen offenen, respektvollen Austausch ermöglichen.

Wir beginnen bewusst schon heute mit der Sensibilisierung – nicht, um den Menschen das Feiern zu nehmen, sondern damit wir gemeinsam einen sicheren, friedlichen und rücksichtsvollen Jahreswechsel vorbereiten können.


Ein starkes Zeichen aus Rhöda

Eine Befragung im Ortsteil Rhöda hat gezeigt, dass rund 90 Prozent der teilnehmenden Haushalte bereit wären, freiwillig auf Böller zu verzichten. Dieses Ergebnis macht Mut: Viele Menschen wünschen sich einen ruhigeren Jahreswechsel und sind bereit, aus Rücksicht auf ihre Mitmenschen, Tiere und die Umwelt neue Wege zu gehen.

Daraus entstand die Idee für ein mögliches Pilotprojekt unter dem Motto:

„Gemeinsam leiser ins neue Jahr.“

Dabei geht es ausdrücklich um Sensibilisierung, Freiwilligkeit und gegenseitiges Verständnis – nicht um die Einführung eines neuen rechtlichen Verbots.

Gemeinsam nach guten Lösungen suchen

Die Gemeinde, der Bürgermeister, der Ortsbeirat und die Bürgerinnen und Bürger sollen gemeinsam darüber beraten, wie ein rücksichtsvoller Jahreswechsel gestaltet werden kann. Auch Feuerwehr, Vereine, Tierhalter und weitere Beteiligte können ihre Erfahrungen und Anregungen einbringen.

Zudem soll geprüft werden, ob außerhalb der Wohnbebauung möglicherweise ein geeigneter Platz für Feuerwerk angeboten werden kann. Voraussetzung dafür ist selbstverständlich, dass alle rechtlichen, sicherheitsbezogenen und brandschutztechnischen Anforderungen erfüllt werden. Das Ergebnis dieser Prüfung ist offen.

So könnten die Interessen derjenigen, die nicht vollständig auf Feuerwerk verzichten möchten, mit dem Wunsch nach mehr Ruhe und Sicherheit in den Wohnbereichen besser miteinander verbunden werden.

Bestehende Regeln beachten

Unabhängig von der freiwilligen Initiative gelten die gesetzlichen Vorschriften für das Abbrennen von Feuerwerk. Besonders in der Nähe sensibler und brandgefährdeter Bereiche ist besondere Vorsicht geboten; bestehende gesetzliche Verbote müssen selbstverständlich eingehalten werden.

Darüber hinaus bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, auch dort Rücksicht zu nehmen, wo kein ausdrückliches Verbot besteht – insbesondere in der Nähe von Tierhaltungen, Wohnbereichen und Orten, an denen schutzbedürftige Menschen leben.


Feiern und Rücksichtnahme gehören zusammen

Ein rücksichtsvoller Jahreswechsel bedeutet nicht, auf Freude, Tradition und Gemeinschaft zu verzichten. Im Gegenteil: Er bietet uns die Gelegenheit, gemeinsam neue und kreative Formen des Feierns zu entdecken – sicher, fröhlich und mit einem guten Gefühl für alle.

Vielleicht entscheiden sich einige Menschen für leuchtende Dekorationen, ein gemeinsames Beisammensein oder andere stimmungsvolle Alternativen. Andere verzichten freiwillig auf private Böller oder reduzieren ihr Feuerwerk ganz bewusst. Jede rücksichtsvolle Entscheidung und jeder freiwillige Beitrag können einen Unterschied machen.

Wir wissen, dass Silvester für viele Menschen mit lieb gewonnenen Traditionen verbunden ist. Diese möchten wir niemandem nehmen. Unser Wunsch ist vielmehr, frühzeitig miteinander ins Gespräch zu kommen, einander zuzuhören und Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse zu schaffen. Denn eine starke Gemeinschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie Freude miteinander teilt und zugleich Verantwortung füreinander übernimmt.

Wir laden deshalb alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, sich mit ihren Gedanken, Erfahrungen und Ideen an diesem Austausch zu beteiligen. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir den Jahreswechsel in Breuna und Rhöda fröhlich feiern können, ohne diejenigen aus dem Blick zu verlieren, die besonders unter Lärm und Feuerwerk leiden.

Heute miteinander reden – an Silvester gemeinsam und mit Rücksicht feiern.


Unser gemeinsamer Wunsch

Ein Jahreswechsel, an dem Freude, Sicherheit und Rücksichtnahme zusammengehören. Ein Abend, an dem Menschen und Tiere möglichst wenig Angst haben müssen. Und eine Gemeinschaft, die zeigt:


Wir können feiern – und gleichzeitig füreinander da sein.

Wir freuen uns auf Ihre Gedanken, Ihre Ideen und Ihre Unterstützung.


Für Menschen, Tiere und ein rücksichtsvolles Miteinander in Breuna und Rhöda.


Euer Ortsbeirat Breuna mit Rhöda


Frank Krakenberg - Ortsvorsteher


+4915119386627

[email protected]


Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Ortsbeirat Breuna mit Rhöda veröffentlicht.