Bustour mit dem Ortsseniorenrat: Wo Trossingen gerade baut und plant
Was tut sich aktuell in Trossingen? Wo wird gebaut, saniert und investiert und welche Entwicklungen stehen in den kommenden Jahren an? Bei einer Bustour durch die Stadt informierte Bürgermeisterin Susanne Irion den Ortsseniorenrat über aktuelle größere Bauprojekte und gab Einblicke in die Planungen der Stadt. Die Tour machte deutlich, wie vielfältig die Aufgaben sind, vor denen Trossingen derzeit steht.
🏛️ Rathaus
Erste Station der Bustour war das Rathaus und damit zugleich das derzeit größte Bauprojekt der Stadt. Das historische Rathaus wird umfassend saniert, gleichzeitig wird der bestehende Erweiterungsbau abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich 2028 abgeschlossen sein. Aktuell läuft der Abriss des Erweiterungsbaus.
Bürgermeisterin Susanne Irion machte dabei deutlich, dass das Rathaus nicht isoliert betrachtet werden könne. Das Projekt ist Teil des größeren Sanierungsgebiets „Löhrstraße“, das mit Landesmitteln gefördert wird. Zu diesem Gebiet gehören unter anderem auch das Birkareal, auf dem 36 Wohneinheiten entstanden sind, sowie die Verlegung des Jugendhauses auf die Erlebniswiese.
In diesem Zusammenhang ging auch die Hans-Neipp-Anlage in den Besitz der Stadt über. Die Fläche hatte zuvor dem Land Baden-Württemberg gehört. Im Gegenzug erhielt das Land ein Grundstück zur Erweiterung der Musikhochschule.
„Unser Ziel ist es, einzelne Projekte so miteinander zu verbinden, dass daraus eine nachhaltige und langfristige Stadtentwicklung entsteht“, erklärte Irion.
👨👩👧 Regine-Jolberg-Familienzentrum
Weiter ging es zum Regine-Jolberg-Familienzentrum. Das Gebäude wurde bereits 1928 errichtet und beherbergt heute vier Gruppen. Vor allem bei den sanitären Anlagen besteht dringender Sanierungsbedarf: Seit 1950 wurden diese nicht mehr grundlegend erneuert und sind entsprechend veraltet. Außerdem werden zusätzliche Duschen benötigt.
Deshalb erhält das Familienzentrum einen neuen Anbau. Darüber hinaus wird ein Aufzug eingebaut, der das Gebäude künftig barrierefrei erschließt. Im Zuge der energetischen Sanierung bekommt das Gebäude außerdem neue Fenster und eine Photovoltaikanlage, und das Dach wird saniert.
„Wir schaffen hier nicht nur dringend benötigte neue Räume und zeitgemäße Sanitäranlagen, sondern verbessern gleichzeitig Barrierefreiheit und Energieeffizienz“, sagte Susanne Irion.
Die Kosten für das gesamte Bauvorhaben belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Davon werden 2,5 Millionen Euro durch einen Zuschuss des Landes Baden-Württemberg finanziert.
🎬 Das frühere Kino
Auch das ehemalige Trossinger Kino war Thema der Bustour. Für den Abbruch des Gebäudes wartet die Stadt derzeit noch auf die entsprechende Genehmigung des Regierungspräsidiums Freiburg.
Ein Stück Kinogeschichte soll dabei erhalten bleiben. Das Inventar des früheren Kinos wird nicht einfach verschwinden, sondern soll im Auberlehaus eine neue Heimat finden. Dort soll das alte Kino nachgebaut werden, unter anderem mit dem originalen Klavier, das früher zur Begleitung von Stummfilmen eingesetzt wurde.
🏫 Friedensschule
An der Friedensschule laufen derzeit die Arbeiten am Schulhof. Die mehr als 100 Jahre alte Schule steht ebenso wie die den Hof umgebende Mauer unter Denkmalschutz.
Auf rund 3.000 Quadratmetern wird der Außenbereich neu gestaltet. Künftig soll es mehr Grünflächen und weniger versiegelte Flächen geben. Auch neue Spielgeräte sind vorgesehen. Gleichzeitig muss der Schulhof weiterhin für die Verkehrserziehung geeignet sein, weshalb ein großer Teil der Fläche eben und asphaltiert bleibt.
Auch der Umgang mit Regenwasser spielt bei der Neugestaltung eine Rolle: Zisternen sollen Regenwasser speichern. Im Keller des Schulgebäudes werden zudem die Wände trockengelegt.
🚧 Litschlesstraße
Die nächste Station führte in Richtung Litschlesstraße, die derzeit gesperrt ist. Dort läuft gerade der zweite Bauabschnitt. Der rund 6,9 Millionen Euro teure Teilabschnitt zwischen Weberstraße und Wagnerstraße umfasst nicht nur die Erneuerung der Straße, sondern auch die darunterliegenden Leitungen.
Bürgermeisterin Irion erläuterte, dass Straßen üblicherweise dann grundlegend erneuert werden, wenn ohnehin auch die Leitungsinfrastruktur saniert werden muss. Die Leitungen werden regelmäßig – etwa alle zehn Jahre – mit einer Kamera kontrolliert, um ihren Zustand zu überprüfen.
Eine besondere Rolle spielt die Litschlesstraße auch für die Schülerinnen und Schüler, die sie als wichtige Verkehrsverbindung nutzen. Künftig soll deshalb dort Tempo 30 gelten.
🚒 Feuerwehr
Bei der Feuerwehr stellte Kommandant Konstantin Schuler den neuen Gerätewagen Transport (GWT) vor. Das Fahrzeug ist insbesondere für kleinere Einsätze vorgesehen: von Ölspuren über verschlossene Fenster bis hin zum Transport von Material und Nachschub bei größeren Einsätzen. Eine integrierte Markise ermöglicht es zudem, die Einsatzstelle abzuschirmen.
⚠️ Katastrophenschutz
Neben dem neuen Fahrzeug ging es auch um ein Thema, das für Stadt und Feuerwehr zunehmend an Bedeutung gewinnt: den Katastrophenschutz.
„Starkregen, Hochwasser oder ein länger andauernder Stromausfall sind Szenarien, mit denen wir uns als Stadt auseinandersetzen müssen“, erläuterte die Bürgermeisterin. Dass Hochwasser auch Trossingen treffen kann, hat die Stadt in der Vergangenheit bereits erlebt.
Wie man sich im eigenen Haushalt auf mögliche Krisensituationen vorbereiten kann, darüber informiert die Stadt im Bürgerbüro. Dort stehen entsprechende Broschüren zur Verfügung. Eine Beispielvitrine zeigt außerdem anschaulich, welche Vorräte für den Notfall sinnvoll sein können.