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Hochwasser in Oberveischede am 15. Juni 1968

Am 15. Juni 1968 begann es gegen Mittag zu regnen. Im Laufe des Nachmittags nahm der Regen so stark zu, dass der Bach am Tecklinghauser Weg über die Ufer trat und sich zu einem reißenden Strom entwickelte.

An den Häusern der Familie Weiskirch riss das Wasser Teile der Böschung mit sich. Gerade erst angelieferte Kohlen, die am Haus von Ernst und Agatha Weiskirch lagerten, wurden größtenteils fortgespült. Auch der Fischteich auf dem Grundstück wurde überflutet. Viele Fische konnten sich nicht halten und wurden von den Wassermassen mitgerissen.

Besonders dramatisch war die Situation an der Fabrik Zeppenfeld. Geröll und Treibgut verstopften die Verrohrung unterhalb des Fabrikgebäudes. Innerhalb kürzester Zeit suchte sich das Hochwasser seinen Weg durch die gesamte Fabrikanlage. Auch das im Keller gelegene Lager wurde vollständig überflutet – ein erheblicher Sachschaden war die Folge.

Da sich die Verstopfung zunächst nicht beseitigen ließ, griff man zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Mit Gewehren wurde von der Gebäudeunterseite aus in das verstopfte Rohr geschossen, um die darin verkeilten Holzbalken zu lösen. Erst nach zahlreichen Schüssen konnte der Durchfluss wieder hergestellt werden.

Auch die Straße „Im Eck“ stand unter Wasser. Nur durch den Einsatz von Sandsäcken gelang es, das Eindringen der Wassermassen in die ebenerdigen Wohnungen und Häuser zu verhindern.

In vielen Teilen des Dorfes liefen Keller und Stallungen voll Wasser. Besonders eindrucksvoll war die Gewalt der Wassermassen an der Wupper: Die dortige Brücke wurde vollständig weggespült, unter der damaligen Heldener Straße hindurchgetrieben und blieb schließlich auf der darunterliegenden Wiese liegen.

Die Ereignisse des 15. Juni 1968 sind den Zeitzeugen bis heute eindrücklich in Erinnerung geblieben.

Aufgezeichnet von Helmut Sangermann und Ernst Weiskirch

Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Oberveischeder Dorfgeschichte(n) veröffentlicht.
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