Neues Format trifft auf interessiertes Publikum
Zwei Acts bieten einen unterhaltsamen Abend – Chris Heron Alois steht kurz vor seinem Album-Release
Die Spannung beim Veranstalterteam war zum Greifen, schließlich wartet auf Organisatoren, Auftretende und Publikum gleichermaßen ein Überraschungsbonbon. Der im Sommer 2025 aufwändig und liebevoll renovierte Theaterkeller und seine kleine Bühne sollen eine bessere Nutzung erfahren, so die Überlegung der Verantwortlichen. Daher haben sie zur Spielzeit 2026/27 ein neues Format ins Leben gerufen: die „Openstage“.
Das Konzept ist denkbar einfach: Newcomer, regionale Künstler oder solche, die es gerne werden wollen, können sich beim Verein für einen Auftritt bewerben und sich und ihr Bühnenschaffen dann beim Bergstadtpublikum präsentieren. Für 2026 wurden fürs Erste zwei Termine in den Spielplan aufgenommen, vorerst auch unter der Woche, da es im Städtle immer wieder Nachfragen nach unterwöchigen Angeboten gibt. Etwas zögerlich trudelten die ersten Bewerbungen ein – und diese kamen nicht unbedingt aus der Region, sondern durchaus von Künstlern mit weiterer Anfahrt. Da diese den Weg und auch das Risiko der „Premiere“ auf sich nehmen wollten, wurden sie gerne eingeladen.
Erfreut durfte das Team feststellen, dass sich bereits kurz nach Öffnung der Kellerbühne Publikum einfand, sodass sich der Raum schnell sehr gut füllte und die Spannung weiter stieg – dieses Mal bei den Auftretenden und beim Publikum. Zu Beginn erklären die Verantwortlichen die Spielregeln, denn schließlich begnügen sich die Acts mit dem, was für sie im „Hut“ landet – einem alten Zylinder mit Bergstädter Geschichte. Dann wird die Bühne freigegeben.
Antoni Matysek aus Esslingen eröffnet den Abend mit seiner Gitarre. Er bringt verträumte, melodische Kompositionen zu Gehör, die er im Kontext zu den von ihm geschaffenen Bildern komponiert. Gedanken, die er sonst auf Leinwand oder mit Lyrik aufs Papier bringt, führt er musikalisch weiter. Technisch anspruchsvoll entführt er die Zuhörer mit den so entstehenden Klangwelten, unterstützt von seiner Shruti-Box und dem sparsamen Einsatz von Live-Elektronik, in seine Welt. Die Bilder entstehen im Kopf der Zuhörer. Nicht verwunderlich, dass aus dem ursprünglich für 30 Minuten geplanten Beitrag 45 Minuten emotional anrührende und filigran gezupfte Gitarrenkunst wurden, die das Publikum mit viel Applaus honorierte.
Der zweite Act des Abends ist Chris Heron Alois. Der Wiesentäler ist studierter Musiker mit Schwerpunkt auf Pop-Rock und Gesang. Als Singer-Songwriter bringt er eigene Kompositionen auf die Bühne und steht kurz vor dem Release seines neuen Albums, aus dem er fast eine Stunde lang neue Lieder, aber auch Werke aus zurückliegenden Jahren zu Gehör bringt. Mit seinen Songs, mal auf Deutsch, mal auf Englisch, in der Stilrichtung Indie-Folk/Pop-Rock, die er mitreißend auf seiner Akustikgitarre vorträgt, zieht er das Publikum schnell in seinen Bann. Dieses macht begeistert mit, als der Funke von der Bühne überspringt. In der reduzierten Form der Unplugged-Musik stehen seine Songs im Mittelpunkt des Vortrags – ihre Stimmung und der Moment ihrer Entstehung.
Eine Stunde vergeht wie im Flug. Am Ende wird nicht nur lautstark eine Zugabe eingefordert, sondern Chris Heron Alois erhält auch begeisterten Applaus. Nicht wenige Zuschauer abonnieren den vom Künstler bereitgestellten WhatsApp-Kanal, um auch zukünftig über das Schaffen des Singer-Songwriters informiert zu sein.
Zum Ende des Abends bitten die Veranstalter die Gäste um ein kurzes Feedback und verbinden dies mit der Frage, ob das Format eine Fortsetzung finden soll. Die Meinung hierzu ist einhellig: Ja, auf jeden Fall!
Und so darf man sich auf eine weitere Openstage am Mittwoch, 9. Dezember 2026, freuen, denn die ersten Bewerbungen dafür sind bereits eingegangen.
Wer nicht so lange warten möchte, hat bereits am Freitag, 6. November, die Möglichkeit, den Musikkeller in Aktion zu erleben, wenn traditionell zum Kunsthandwerkermarkt ab 21 Uhr zur Late-Night-Music geladen wird. In diesem Jahr sind ein Jazzchor sowie die Combo der Brassvibration Bigband Schramberg zu Gast.
Eintritt frei.