Polzer erhält Schützenmedaille
Diemelstadt-Rhoden – Wenn die Könige, Vorsitzenden und Medaillenträger der neun Mitgliedsvereine der Historischen Schützengemeinschaft Waldeck gemeinsam mit ihren Frauen zum jährlichen Zwetschgenkuchenessen zusammenkommen, wird viel geklönt, sich ausgetauscht und ein entspannter Nachmittag in fröhlicher Runde verlebt. Doch dabei ist es beim Zwetschgenkuchenessen in der Rhoder Stadthalle nicht geblieben. Denn dem Vorsitzenden der Schützengesellschaft Rhoden, Reinhold Polzer, der auch gleichzeitig Vorsitzender der Schützengemeinschaft ist, wurde mit der Waldeckischen Schützenmedaille die höchste Auszeichnung der Gemeinschaft für Verdienste um das Schützenwesen in Waldeck verliehen.
Sprachlos nahm ein sichtlich gerührter Polzer die Ehrung von seinem Stellvertreter Timo Köchling entgegen. Dieser hatte es geschafft, das Vorhaben lange geheim zu halten, war es doch schließlich der Vorsitzende, der eigentlich die Medaille verleiht, dem sie nun selbst ans Revers gesteckt wurde. Es war die 46. Medaille, die seit 1970 verliehen wurde.
Vor 40 Jahren trat Polzer in die Schützengesellschaft 1560 Rhoden ein und steht seitdem für die Attribute Zusammenhalt, Heimatverbundenheit und Verlässlichkeit, die das Waldecker Schützenwesen ausmachen. Seit zehn Jahren führt er seinen Heimatverein mit ruhiger Hand, Weitsicht und einem großen Herzen für die Schützenfamilie, wie es Köchling ausdrückte. Die ruhige Hand bewies er allerdings schon einige Jahre zuvor, als er 2010 die Königswürde errang. Gemeinsam mit seiner Frau Heidi regierte er das Rhoder Schützenvolk fünf Jahre lang von Laubach aus.
Vor drei Jahren wählten ihn die Delegierten zum stellvertretenden Vorsitzenden der Historischen Schützengemeinschaft Waldeck, der die Vereine aus Rhoden, Mengeringhausen, Twiste, Mühlhausen, Berndorf, Korbach, Lütersheim, Landau und Freienhagen angehören. Erst in diesem Januar rückte er in das Amt des Vorsitzenden. Köchling stellte besonders das Durchhaltevermögen Polzers heraus. Während Corona habe er in einer Zeit, in der andere Vereine aufgeben mussten, die Schützen zusammengehalten, motiviert und im Verein organisiert. „Du hast die Tradition gerettet und wieder zum Leben erweckt“, lobte Köchling Polzer, der mit seiner Haltung auffalle und auf den immer Verlass sei.
Im weiteren Verlauf des Nachmittags in der Stadthalle, die von den Rhoder Schützenschwestern um Königin Michaela Heinemann sehr stimmungsvoll geschmückt wurde, versäumten es die Schützen nicht, gemeinsam das Waldecker Lied anzustimmen. Für einen besonderen Moment sorgten die Tanzbienchen des TV Germania Rhoden, die unter der Leitung von Sabine Schmidt zwei Tänze vorführten.
Quelle: Waldeckische Landeszeitung
© Fotos: Heike Saure