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Zukunft Minara: Rund 40 Ideen und Maßnahmen auf dem Prüfstand

Arbeitsgruppe prüft Einsparmöglichkeiten, neue Angebote und alternative Betriebsmodelle – Erste Zwischenergebnisse noch in diesem Jahr


Wie geht es mit dem Hallen- und Freizeitbad Minara weiter? Diese Frage beschäftigt die Stadt Bad Dürrheim seit mehreren Monaten intensiv. Bereits im Juni hatte der Gemeinderat einstimmig einen ergebnisoffenen Prüf- und Beteiligungsprozess beschlossen. Im Juli fanden öffentliche Informationsveranstaltungen statt, bei denen sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger mit Fragen, Anregungen und konkreten Vorschlägen einbrachten.


Ende September hat nun die eigens eingerichtete Arbeitsgruppe „Zukunft Minara“ ihre Arbeit aufgenommen. Auf dem Prüfstand stehen rund 40 unterschiedliche Ideen und Maßnahmen. Das gemeinsame Ziel: die Attraktivität des Minara steigern, das jährliche Defizit deutlich reduzieren und möglichst eine langfristig tragfähige Perspektive entwickeln.


„Das Minara ist für viele Menschen weit mehr als ein Schwimmbad. Es ist ein wichtiger Ort für Familien, Schulen, Vereine und den Schwimmsport. Gleichzeitig müssen wir uns der dramatischen Finanzsituation unserer Stadt stellen. Deshalb wollen wir jede vernünftige Möglichkeit prüfen, um dem Minara eine Zukunft zu geben“, erklärt Bürgermeister Jonathan Berggötz.


Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit einem breiten Spektrum möglicher Maßnahmen. Diese reichen von einer Weiterentwicklung des Angebots und einer besseren Auslastung über Einsparungen bei Energie, Personal und Betriebskosten bis hin zu neuen Finanzierungsmöglichkeiten und Kooperationen. Auch die Gründung eines Fördervereins, eine stärkere ehrenamtliche Unterstützung sowie alternative Betriebs- und Zukunftsmodelle werden ergebnisoffen geprüft. Entscheidend ist dabei, welche Maßnahmen tatsächlich umsetzbar sind, welchen finanziellen Beitrag sie leisten können und welche Auswirkungen sie auf die Attraktivität und Nutzung des Bades haben.


Die finanzielle Ausgangslage ist dabei schwierig: Das jährliche Defizit des Minara beträgt rund 900.000 Euro – inklusive Abschreibungen. Eine Schließung könnte den städtischen Haushalt nach bisherigen Berechnungen um rund 600.000 Euro jährlich entlasten.


„Diese Zahlen zeigen, vor welcher Herausforderung wir stehen. Wir wollen Lösungen finden, die sowohl den Bedürfnissen unserer Bevölkerung als auch den finanziellen Möglichkeiten unserer Stadt und der Kur- und Bäder GmbH gerecht werden“, betonen Berggötz und Kurgeschäftsführer Spettel.


In der Arbeitsgruppe kommen unterschiedliche Perspektiven zusammen. Vertreten sind unter anderem Mitglieder des Gemeinderats, Vertreter der Kur- und Bäder GmbH sowie Akteure aus dem Schul- und Vereinssport, der Jugend, der Senioren und der Bürgerschaft. Damit sollen sowohl die wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen als auch die Bedürfnisse der verschiedenen Nutzergruppen in die Beratungen einfließen.


Die erste Sitzung am 30. September war von einem offenen und konstruktiven Austausch geprägt. Zahlreiche Anregungen aus der Bürgerschaft und von Vereinen, insbesondere aus dem Schwimmsport, bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit.


„Mich freut besonders, wie engagiert und lösungsorientiert die Beteiligten zusammenarbeiten. Es geht nicht darum, einzelne Ideen vorschnell auszuschließen, sondern darum, ihre tatsächlichen Chancen und wirtschaftlichen Auswirkungen sorgfältig zu prüfen“, so der Kurgeschäftsführer Markus Spettel.


Hierzu werden die Maßnahmen systematisch bewertet, konkrete Prüfaufträge vergeben und mögliche Einsparungen von rund 650.000 Euro pro Jahr mit steigender Tendenz sowie notwendige Investitionen gegenübergestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der langfristigen Sicherstellung des Schul- und Vereinsschwimmens.


Die Arbeitsgruppe kommt Anfang November erneut zusammen. Erste Zwischenergebnisse sollen im Dezember vorgestellt werden. Die abschließende Entscheidung über die Zukunft des Minara ist für Juni 2027 vorgesehen.


„Wir dürfen keine falschen Hoffnungen wecken. Aber wir dürfen auch keine Chancen ungenutzt lassen. Unser Ziel ist eine ehrliche, fundierte und verantwortungsvolle Entscheidung. Dafür nehmen wir uns die notwendige Zeit und prüfen alle realistischen Möglichkeiten“, erklärt Bürgermeister Berggötz abschließend.


Bild: Kur- und Bäder GmbH

Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Stadtverwaltung Bad Dürrheim veröffentlicht.