Ein gesegnetes Wochenende
Ein gesegnetes Wochenende. Der Kartengruß hängt wieder aus. Herzliche Einladung auch zur Andacht per Anruf unter 05694-9910208.
Zum drittletzten Sonntag im Kirchenjahr, am 8.11.2026
Vom Mut, Dinge anders zu sehen: Ich habe eine Küste vor Augen. Strandgut wird angetrieben. Holz, Netze, Plastikmüll. Freiwillige sorgen dafür, dass der Müll eingesammelt wird, bevor er Tieren schaden kann. Und manchmal kann man auch kleine Kunstwerke sehen: Strandgut wird zu Kunst, Weggeworfenes bekommt einen neuen Sinn. Ein Zeichen, vielleicht auch ein Mahnmal: Achtet auf das, was ihr wegwerft!
Die Umnutzung von Weggeworfenem ist in der Kunst nicht unüblich. Unterschiedliche Kunstwerke haben oft eine ähnliche Botschaft: Etwas, das nicht mehr benötigt wird, bekommt eine neue Funktion, oft verbunden mit einer Mahnung. Eng liegen Schönheit und Zerstörung manchmal nebeneinander. Menschen suchen die unberührte Natur. Und das Strandgut erzählt ganz andere Geschichten. Improvisierte Kunstwerke zeigen, was leicht übersehen wird. Mit einer besonderen Kraft. Denn Kunst verändert nicht unbedingt sofort die Welt, aber sie verändert den Blick auf sie.
Ein Bild der Umnutzung stammt aus der Bibel: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen“, heißt es beim Propheten Micha. Das Wort wurde zum Motto der Friedensbewegung. Wo Weggeworfenes eine neue Bedeutung bekommt, wo Waffen zu Werkzeugen umgenutzt werden, da wird deutlich: Nichts muss bleiben, wie es ist. Dinge können eine andere Bedeutung bekommen.
Diese Verwandlung geschieht nicht von selbst. Sie braucht Menschen, die hinschauen, umdenken und handeln. Und so lädt diese biblische Vision ein, nicht in der Logik von Zerstörung stehen zu bleiben, sondern sich hineinnehmen zu lassen in eine andere Bewegung. Eine Bewegung, die aus dem, was trennt, etwas macht, das verbindet; aus dem, was zerstört, etwas, das Zukunft ermöglicht.
Mögen wir uns erinnern lassen, dass Veränderung möglich ist – im Vertrauen auf Gott, dessen Zusage uns durch dieses Jahr begleitet: „Siehe, ich mache alles neu!“
Ihre und Eure Pfarrerin Claudia Engler