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Bericht zum Vortrag von Prof. Dr. Winfried Rosendahl

Am Mittwoch, 19.3.2025 hielt Prof. Dr. Winfried Rosendahl, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, einen Vortrag mit dem Titel „Tatorte der Vergangenheit – Archäologie, Forensik und Ergebnisse aus der Mumienforschung“ im Urmensch-Museum Steinheim.

Vergangenheit und Gegenwart

Prof. Rosendahl stellte die Verbindung zwischen moderner Forensik und archäologischer Mumienforschung her. Während heutige Methoden Verbrechen aufklären, ermöglichen Mumienanalysen Einblicke in vergangene Lebensweisen und Todesumstände.

Methoden der Mumienforschung

Zur Untersuchung werden moderne Verfahren wie Computertomographie (CT-Analyse), DNA-Analysen und chemische Tests genutzt. Diese Methoden liefern Erkenntnisse über Krankheiten, Ernährung und Herkunft der Verstorbenen.

Herkunft und Ernährung

Mithilfe von Isotopenanalysen lassen sich Herkunft und Ernährung rekonstruieren. Ägyptische Mumien weisen Spuren von Getreide und Fisch auf, während in den Anden Kartoffeln und Mais dominierten.

Ursprung des Begriffs „Mumie“

Der Begriff stammt aus dem Persischen und Arabischen und bedeutet „Bitumen“. Im Mittelalter glaubte man fälschlicherweise, dass ägyptische Mumien damit einbalsamiert wurden.

Natürliche und künstliche Mumifizierung

Mumien entstehen entweder durch natürliche Bedingungen wie Trockenheit oder Kälte oder durch bewusste Einbalsamierung. Beispiele sind ägyptische Pharaonen oder buddhistische Mönche, die sich selbst mumifizierten.

Mumien als Kriminalfälle

Durch moderne forensische Analysen kann festgestellt werden, ob eine Mumie Opfer eines Verbrechens wurde oder an einer Krankheit starb. Diese Untersuchungen verbinden archäologische und kriminalistische Forschung.

Mumien weltweit

Der Vortrag führte durch verschiedene Mumienkulturen: Ägyptische Pharaonen, einbalsamierte buddhistische Mönche und amerikanische Mumien, die als Opfergaben dienten. Auch in Europa gibt es bedeutende Mumienfunde, wie Kryptamumien oder Moorleichen.

Die Mumien der Medici

Die Medici-Mumien in Italien bieten Einblicke in das Leben und die Krankheiten der berühmten Adelsfamilie. Ihre gut erhaltenen Körper sind eine wertvolle Quelle für die Forschung.

Zitate zum Nachdenken

Zum Abschluss betonte Prof. Rosendahl: „Vom letzten Atemzug zu Staub“, um die Vergänglichkeit des Lebens zu verdeutlichen. Zudem forderte er: „Augen auf, Sinne an“, um die Welt der Mumienforschung bewusst wahrzunehmen.

Fazit

Der Vortrag bot einen tiefen Einblick in die Mumienforschung. Durch moderne Technik lassen sich viele Rätsel der Vergangenheit lösen. Mumien sind wertvolle Zeitzeugen, die helfen, das Leben und die Kulturen vergangener Epochen besser zu verstehen.

Bilder:
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Dieser Beitrag wurde in der Gruppe Förderverein Urmensch-Museum Steinheim e.V. veröffentlicht.