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Rebstecken so weit das Auge reicht ..

Auf dieser Postkarte, abgestempelt am 26. Juli 1928, geht der Blick über die «Chrüzräbe» auf Aesch und die Bahnbrücke. Die Flur verdankt ihren Namen dem Wegkreuz, das dort steht.


Wein gehörte in Aesch lange zum täglichen Leben. Er galt als Nahrungsmittel und fehlte kaum bei einer Mahlzeit. 1858 ernteten die Aescher Rebleute auf 38 Hektaren rund 1800 Hektoliter Wein. Alte Karten zeigen, wie weit die Rebberge damals reichten. Das steile Bord unterhalb der Hauptstrasse war mit Reben bepflanzt. In der Ebene wuchsen Rebstöcke bis weit in den «Steinacker». Flurnamen wie «Rebgasse» erinnern noch heute daran.


Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam die Krise. Rebkrankheiten und Schädlinge machten den Weinbauern zu schaffen. In Aesch setzte der Falsche Mehltau den Reben zu. 1905 tauchte in der Region die Reblaus auf. Besonders rund ums Dorf verschwanden die Rebäcker. 1924 waren von den einst ausgedehnten Rebflächen gerade noch 6,2 Hektaren übrig.


Das traf die Menschen. Mit den Rebleuten verloren auch Küfer, Trottknechte und Fuhrleute einen Teil ihres Verdienstes. Die Fabriken boten neue Arbeitsplätze. In Aesch und Pfeffingen gab es damals viele sogenannte «Mordiobauern»: Tagsüber arbeiteten sie in der Fabrik, daneben bewirtschafteten sie ihre Äcker. So kamen zwei bescheidene Einkommen zusammen.


Doch der Weinbau war in Aesch nicht am Ende. In der Klus, im Tschäpperli und am Hollenrain werden weiter Reben gepflegt. 2007 waren es bereits wieder 20,7 Hektaren – ein Fünftel der gesamten Baselbieter Rebfläche. Heute stehen die Rebleute vor neuen Herausforderungen: Der Weinkonsum geht zurück, und die Konkurrenz aus dem In- und Ausland macht ihnen zu schaffen.


Postkarte, Poststempel 1928 · ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Unbekannt / Fel_008843-VE / Public Domain Mark · Zahlen: Georg Richli, «Do, wo mer eusi Räbe hei …»


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